Chrome-Werbeblocker

Google rudert bei Adblocker-Modifikationen für Chrome zurück

Google rudert bei Adblocker-Modifikationen für Chrome zurück

Nach scharfer Kritik sollen die geplanten Schnittstellen-Änderungen an Chrome und Chromium-basierten Browsern, die das Aus für externe Ad- und Tracking-Blocker bedeutet hätten, nun doch nicht kommen – vorerst.

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Björn Greif
Redakteur

Nach massiver Kritik aus der Entwickler-Community ist Google vorerst von seinen ursprünglichen Plänen abgerückt, tiefgreifende technische Änderungen an Chrome und allen Chromium-basierten Browsern vorzunehmen, die Adblocker- und Datenschutzerweiterungen größtenteils unbrauchbar gemacht hätten.

Der Konzern hatte die Schnittstellen-Modifikationen unter anderem damit begründet, dass bestehende Erweiterungen zum Blockieren von Inhalten negative Auswirkungen auf die Browser-Performance hätten. Dieses Argument wurde jedoch durch eine Studie von Cliqz entkräftet. Nur wenige Stunden nach ihrer Veröffentlichung ruderte das Chrome-Team in Person von Google-Entwickler Devlin Cronin zurück und kündigte Änderungen an den geplanten Spezifikationen an.

Googles Performance-Argument ist nicht stichhaltig

Laut der Cliqz-Studie wirken sich aktuelle Adblocker-Erweiterungen nur minimal auf die Browser-Performance aus. Die benötigte Zeit für die Entscheidung, ob sie eine Netzwerkanfrage blockieren oder nicht, liegt meist im Bereich unter einer Millisekunde und ist somit praktisch nicht wahrnehmbar. Von Leistungseinbußen durch Adblocker-Erweiterungen kann daher keine Rede sein.

„Ausgehend von unseren Messungen halten wir dieses Argument nicht für stichhaltig, da alle gängigen Content-Blocker bereits sehr effizient arbeiten und keine spürbare Verlangsamung für die Nutzer mit sich bringen“, schreiben die Studienautoren. „Darüber hinaus verbessert sich die Effizienz von Content-Blockern kontinuierlich, entweder durch innovative Ansätze oder durch den Einsatz von Technologien wie WebAssembly zum Erreichen nativer Performance.“ Ghostery hat sich im Benchmark-Vergleich mit uBlock Origin, Adblock Plus, Brave und DuckDuckGo übrigens als schnellster Adblocker herausgestellt.

Alte Schnittstelle soll vorerst erhalten bleiben

Google-Entwickler Cronin betont, dass die unter dem Titel Manifest V3 erarbeiteten Spezifikationen für Chrome-Erweiterungen längst noch nicht final seien. Er forderte die Entwickler-Community auf, weiterhin Feedback zu den vorgeschlagenen Änderungen zu geben. Cronin stellte auch klar, dass die bisherige webRequest API im Rahmen von Manifest V3 nicht vollständig entfernt werde. Sie soll – zumindest vorerst – parallel zur neuen declarativeNetRequest API erhalten bleiben.

Während Google jetzt einige Einschränkungen für die declarativeNetRequest API gelockert hat, scheint es immer noch zu planen, die alte webRequest API auf lange Sicht lahmzulegen. Aktuelle Erweiterungen nutzen die webRequest API unter anderem dazu, Anfragen zu blockieren, was wiederum die Voraussetzung für das Blockieren von Werbung und vor allem von Tracking-Skripten ist. Solche Skripte werden zur Überwachung des Nutzerverhaltens und zur Erstellung persönlicher Profile verwendet.

Ende noch offen

Ursprünglich hatte Google geplant, die alte webRequest API durch die neue declarativeNetRequest API zu ersetzen. Damit hätte es genau die Schnittstelle unter seine Kontrolle gebracht, auf die Ad- und Tracking-Blocker zum reibungslosen Betrieb angewiesen sind. Für externe Werbeblocker und Datenschutztools würde dies praktisch das Aus bedeuten, weil sie dann keinen substanziellen Mehrwert gegenüber Googles eingebauter Technologie bieten könnten, die natürlich keine Google-eigene Werbung blockiert. Am Ende hätte der Internetgigant damit erneut seine marktbeherrschende Stellung missbraucht.

Zwar ist Google den Entwicklern von Ad- und Tracking-Blockern nun etwas entgegengekommen, aber wie die finalen Änderungen von Manifest V3 aussehen werden, ist nach wie vor offen. Beispielsweise will Google weiterhin aus Leistungsgründen an einer Obergrenze für Blockierregeln festhalten, die Erweiterungen registrieren können. Je nachdem, wie hoch diese ausfällt, könnten es Anwender künftig schwerer haben, Werbung und Tracking-Skripte effektiv zu blockieren und somit ihre Privatsphäre im Web besser zu schützen. Betroffen wären nicht nur Chrome-Nutzer, sondern etwa auch User von Brave, Opera, Vivaldi und demnächst Microsoft Edge, die allesamt auf Chromium aufsetzen. Aber zum Glück gibt es noch Browser, die nicht auf Google-Technik basieren:


Bundeskartellamt vs Facebook

Bundeskartellamt untersagt Facebook Datensammelei auf Drittwebsites

Bundeskartellamt untersagt Facebook Datensammelei auf Drittwebsites

Den Kartellwächtern zufolge missbraucht der Konzern seine marktbeherrschende Stellung und verstößt zudem gegen europäische Datenschutzvorschriften. Ohne freiwillige Einwilligung des Nutzers darf er praktisch keine Daten mehr sammeln oder zusammenführen.

Bundeskartellamt vs Facebook

Björn Greif
Redakteur

Das Bundeskartellamt hat Facebook die umfassende Datensammelei außerhalb seines Netzwerks untersagt. Der Umfang, in dem der Konzern Daten ohne Einwilligung der Nutzer sammelt, dem Facebook-Konto zuordnet und verwertet, stellt nach Ansicht der Kartellwächter einen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung dar.

Künftig darf das Unternehmen nur noch Daten von Drittwebsites sammeln und (ebenso wie Daten von konzerneigenen Diensten wie WhatsApp oder Instagram) dem Facebook-Konto zuordnen, wenn der Nutzer dem freiwillig zugestimmt hat. „Und Freiwilligkeit heißt, dass die Nutzung der Facebook-Dienste nicht von der Einwilligung des Nutzers in diese Art der Datensammlung und -zusammenführung abhängig gemacht werden darf“, stellt Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt klar. „Wenn der Nutzer die Einwilligung nicht erteilt, darf Facebook ihn nicht von seinen Diensten ausschließen und muss auf eine Datensammlung und -zusammenführung aus den verschiedenen Quellen verzichten.“

Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames begrüßt die Entscheidung des Bundeskartellamts:

Facebook erhebt über seine Dienste hochgradig detaillierte Daten über das Leben von Milliarden Nutzern. Schauen wir mal nur auf WhatsApp: Für viele Jugendliche ist es heute schlicht unverzichtbar. Wer dazugehören will, muss mitmachen. Soziale Medien bedingen sozialen Druck. Und Facebook nutzt das gnadenlos aus. Also heißt es: Friss oder stirb. Gib mir deine Daten oder du bist ein Außenseiter. Das ist ganz klar ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung!

Google noch schlimmer als Facebook

Damit aber nicht genug: Facebook überwacht unsere Online-Aktivitäten völlig unabhängig davon, ob wir Mitglied bei einem seiner Dienste sind oder nicht. Selbst wer um der Privatsphäre Willen bewusst auf jegliche Facebook-Services verzichtet, wird ausgespäht. Denn die Datensammeltechnologien von Facebook, so genannte Tracker, überwachen Statistiken von WhoTracks.me zufolge jede vierte Webseite, die wir besuchen.

Allerdings ist Facebook nur die Nummer zwei. Der mit großem Abstand bedeutendste Datenmonopolist ist Google (bzw. dessen Mutterkonzern Alphabet). Mit der Google-Suche, dem Mobilbetriebssystem Android, der App-Vertriebsplattform Play Store und dem Browser Chrome erhebt der Internetgigant Daten über praktisch jeden in der westlichen Welt. Und selbst wer sich dem durch Nutzung alternativer Dienste entziehen möchte, hat keine Chance: Mit einer Tracker-Reichweite von knapp 80 Prozent aller Seitenaufrufe weiß Google mehr über uns, als wir ahnen. „Wenn es um unsere Daten geht, muss zuallererst Google reguliert werden“, fordert daher Al-Hames.

Top 5 Web-Tracker in Deutschland

Facebook will gegen Entscheidung vorgehen

Infolge der Kartellamtsentscheidung muss Facebook seine Datenverarbeitung anpassen. Es hat aber schon angekündigt, vor Gericht Beschwerde dagegen einzulegen. In einer Stellungnahme führt der Konzern an, dass sein Social Network zwar populär sei, aber keine marktbeherrschende Stellung habe. Zudem widerspricht er der Aussage der Kartellwächter, dass die Nutzungsbedingungen sowie die Art und der Umfang der Sammlung und Verwertung der Daten durch Facebook zu Lasten der Nutzer gegen europäische Datenschutzvorschriften verstoßen.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber unterstützt die Entscheidung des Bundeskartellamts: „Nach dem Kartellamt sehe ich jetzt vor allem auch die europäischen Datenschutzaufsichtsbehörden in der Pflicht nachzulegen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass vergangene Verstöße beseitigt und in Zukunft sämtliche Datenschutzvorgaben eingehalten werden. Konzerne wie Facebook können nicht einfach so weiter machen wie bisher.“

Datenschutzgesetze und Regulierung können im grenzenlosen Web jedoch niemals einen vollständigen Schutz vor dem allgegenwärtigen Tracking bieten. Daher solltest du selbst aktiv werden, wenn du auf deine Privatsphäre bedacht bist. Eine einfach anwendbare und effiziente Lösung sind Anti-Tracking-Tools wie Ghostery oder der Cliqz Browser mit eingebautem Tracking-Schutz:


Zuckerbergs „Wahrheit über Facebook“ – der Gipfel der Heuchelei

Zuckerbergs „Wahrheit über Facebook“ – der Gipfel der Heuchelei

In einem Gastbeitrag verteidigt der Facebook-CEO die Datensammlung und behauptet, Nutzer hätten jetzt mehr Kontrolle. Seine Aussagen zeigen jedoch, dass er die grundlegende Problematik nicht versteht.

Björn Greif
Redakteur

In einem Gastbeitrag auf Zeit Online verteidigt Facebook-CEO Mark Zuckerberg das werbebasierte Geschäftsmodell seines Unternehmens und behauptet wieder einmal, Facebook gebe seinen Nutzern mehr Kontrolle. „Sie kontrollieren, ob wir Ihre Daten für Werbezwecke verwenden“, schreibt Zuckerberg. Stellt sich nur die Frage, warum Nutzer nicht kontrollieren können, ob Facebook überhaupt Daten sammeln darf oder nicht.

„Wenn Zuckerberg es wirklich ernst meinte, müsste er den Nutzern einfach nur die Möglichkeit geben, die Überwachung ihrer Aktivitäten auf Websites und Apps abzuschalten“, kommentiert Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames. „Alles andere ist Heuchelei.“

Facebook überwacht gut 24 Prozent des Web-Traffic

Facebooks Tracking-Skripte überwachen laut aktuellen Statistiken von WhoTracks.me knapp ein Viertel (24,1 Prozent) des gesamten Internetverkehrs. Das Social Network sammelt auf diese Weise auch Daten über Nutzer außerhalb seiner Plattform, woraus zwangsläufig Schattenprofile von Nicht-Mitgliedern entstehen. Darüber verliert Zuckerberg in seinem Gastbeitrag – wie schon in den Anhörungen vor dem US-Kongress und vor Vertretern des Europäischen Parlaments im vergangenen Jahr – kein Wort.

Was er ebenfalls unterschlägt: Die von ihm angeführten Kontrollmöglichkeiten stehen ausschließlich Facebook-Mitgliedern zur Verfügung. Wer nie ein Facebook-Konto eröffnet hat und keinen seiner Dienste nutzt, wird dennoch von Facebook getrackt, ohne dem jemals zugestimmt zu haben. Nicht-Mitglieder können noch nicht einmal die von Facebook gesammelten Daten einsehen oder deren Löschung beantragen. Denn dafür ist zwingend ein Nutzerkonto erforderlich. Wer also seine Daten löschen lassen will, muss sich erst einmal bei Facebook anmelden und dabei weitere Daten preisgeben!

Fadenscheinige Begründung für umfassendes Tracking

Als Erklärung für die umfassende Datensammlung auf und abseits der Facebook-Plattform schiebt Zuckerberg in seinem Gastbeitrag erneut Sicherheitsgründe vor. „Diese Informationen sind auch für die allgemeine Sicherheit und den Betrieb unserer Dienste wichtig. […] Die Entscheidung, wie wir diese Informationen für die Sicherheit und den Betrieb unserer Dienste verwenden, treffen wir selbst“, heißt es darin.

Um Bots oder betrügerische Anmeldeversuche zu erkennen, ist das Tracking außerhalb Facebooks wahrscheinlich hilfreich, aber absolut nicht notwendig. Ein Unternehmen wie Facebook kennt sicherlich weniger invasive Methoden zur Absicherung seiner Plattform, die nicht in diesem Maße auf Kosten der Privatsphäre aller Internetnutzer gehen.

Alles in allem belegen Zuckerbergs Aussagen wieder einmal, dass er das Konzept der Privatsphäre offensichtlich nicht versteht.

Mit dem Cliqz Browser kannst du Facebooks Tracking unschädlich machen:


Chrome-Werbeblocker

Will Google Adblocker- und Datenschutz-Erweiterungen blockieren?

Will Google Adblocker- und Datenschutz-Erweiterungen blockieren?

Geplante technische Änderungen an Chrome und allen Chromium-basierten Browsern würden praktisch das Aus für externe Werbeblocker und Datenschutz-Tools bedeuten. Die Leidtragenden wären am Ende die Nutzer.

Chrome-Werbeblocker

Björn Greif
Redakteur

Google plant offenbar grundlegende Änderungen an seinem Browser Chrome und damit auch an allen anderen Browsern, welche die Open-Source-Codebasis Chromium verwenden. Durch die vorgeschlagenen Schnittstellen-Modifikationen würden bestehende Browser-Erweiterungen zum Blockieren von Inhalten wie Adblocker und Datenschutz-Tools größtenteils unbrauchbar.

Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames sagt dazu:

Damit würde Google Adblocker- und Datenschutz-Erweiterungen, wie wir sie heute kennen, zerstören. Google tut so, als ob sie dies zur Verbesserung des Privatsphäre-Schutzes und der Browser-Performance machten. Tatsächlich blieben Nutzern aber nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihr Surfverhalten geheim zu halten, ihre Privatsphäre zu schützen und unerwünschte Inhalte zu blockieren. Niemand könnte mehr einen substanziellen Mehrwert gegenüber Googles eingebauter Technologie bieten, die bekanntlich keine Google-eigene Werbung blockiert. Egal ob Google dies nun tut, um sein Werbegeschäft zu schützen oder allen anderen seine eigenen Regeln aufzuzwingen – am Ende wäre es einfach ein weiterer eklatanter Fall von Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Sollte es soweit kommen, erwägen wir, eine Kartellbeschwerde einzureichen.

Chrome soll künftig nur noch selbst blockieren dürfen

Heute können Browser-Erweiterungen die webRequest API von Chrome/Chromium verwenden, um Anfragen zu blockieren, was wiederum die Voraussetzung für das Blockieren von Werbung und vor allem von Tracking-Skripten ist. Solche Skripte werden zur Überwachung des Nutzerverhaltens und zur Erstellung persönlicher Profile verwendet.

Das vorgeschlagene neue Modell sieht vor, die webRequest-API durch eine API namens declarativeNetRequest zu ersetzen. Dann müsste eine Erweiterung Chrome bzw. Chromium eine Liste von Blockiermustern senden und der Browser würde die Blockierung auf Grundlage dieser Muster durchführen. Es wäre jedoch nicht mehr möglich, potenziell gefährliche oder die Privatsphäre verletzende Anfragen im heutigen Umfang zu modifizieren oder zu stoppen.

Gravierende Folgen für Entwickler und Nutzer

Sollten die geplanten Änderungen tatsächlich umgesetzt werden, hätten Entwickler von Erweiterungen mit enormen Einschränkungen zu kämpfen:

  • Die vorgesehenen Muster sind weniger flexibel als die Technik, die heute in allen modernen Anti-Tracking-Tools und Werbeblockern verwendet wird. Dadurch könnten häufiger Seitenfunktionen gestört oder einige Blockierregeln aufgrund der begrenzten „Syntax“ nicht spezifiziert werden.
  • Es gibt eine fixe Obergrenze von 30.000 Blockierregeln, die Erweiterungen registrieren können (zum Vergleich: die meisten heutigen Adblocker verwenden standardmäßig mehr als 100.000 Regeln, um das Verhalten je nach Benutzer anzupassen). Moderne Werbeblocker mit umfassenden Regellisten würden ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den einfacheren verlieren. Der Wettbewerb würde zerstört und Innovationen gehemmt. Zudem würde Google dadurch seinen eigenen Adblocker in Chrome stärken (der Googles eigene Werbung und Tracker natürlich nicht blockiert) und ihm einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
  • Es ist ein geschlossenes System, so dass niemand nachvollziehen kann, ob und wie die Blockierregeln wirklich angewendet werden, welche Anfragen wirklich blockiert wurden, etc. Das macht es auch sehr schwierig, Probleme zu analysieren, da Entwickler wahrscheinlich keinen Zugriff auf die “Blocking Engine” haben werden.
  • Die Musterlisten für die Blockierung müssen hartkodiert und statisch sein. Zudem müssen sie zur Prüfung an Chrome/Chromium gesendet werden, ein Prozess, der Zeit kosten würde (schon heute dauert die Überprüfung von Erweiterungen unter Umständen mehrere Wochen!). Anbieter von Ad-Tech und Tracking erhielten die Möglichkeit, ständig Änderungen an ihren Produkten vorzunehmen, die sie für die Blocker unauffindbar machen. Anders ausgedrückt: Es besteht die Gefahr, dass die “Blocker-Datenbank” immer veraltet ist.
  • Es wäre das Ende dynamischer Technologien, die ihre Sperrlisten alle paar Stunden aktualisieren oder sogar neue Tracking-Skripte in Echtzeit erkennen (wie die von Ghostery und Cliqz). Anti-Tracking auf Basis Künstlicher Intelligenz würde nicht mehr funktionieren.

Die Leidtragenden wären am Ende die Nutzer von Chrome und Chromium-basierten Browsern (zu denen übrigens auch künftige Versionen von Microsoft Edge gehören). Für die User würde es deutlich schwieriger, Werbung und Tracking-Skripte effektiv zu blockieren und somit ihre Privatsphäre im Web besser zu schützen. Aber zum Glück gibt es ja noch andere Browser:


Sheryl Sandberg DLD Munich 19 (Source: Picture Alliance for DLD)

DLD: Facebook-Chefin spricht von Wandel – aber das Datensammeln geht weiter

DLD: Facebook-Chefin spricht von Wandel – aber das Datensammeln geht weiter

Man sei nicht dasselbe Unternehmen wie noch vor einem Jahr, beteuerte Sheryl Sandberg auf der Burda-Digitalkonferenz. In Sachen Tracking und Datensammlung hat sich bei dem Social Network aber nichts zum Besseren verändert.

Sheryl Sandberg DLD Munich 19 (Source: Picture Alliance for DLD)
(Picture Alliance for DLD)

Björn Greif
Redakteur

Auf der Burda-Digitalkonferenz DLD hat Facebooks Geschäftsführerin Sheryl Sandberg am Sonntag betont, wie sehr sich der Internetkonzern seit dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica gewandelt hätte. “Wir sind nicht dasselbe Unternehmen wie 2016 oder auch noch vor einem Jahr”, beteuerte Sandberg. Unter anderem habe das soziale Netzwerk Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre gegeben und den Datenschutz verbessert.

Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache: Laut aktuellen Statistiken von Cliqz und Ghostery erfasst Facebook mit seinen Tracking-Skripten weiterhin jede vierte Webseite (25,03 %), die in Deutschland geladen wird. Nur Google hat eine noch größere Reichweite.

Top 5 Web-Tracker in Deutschland

Android-Apps leiten Millionen Daten an Facebook weiter

Ähnliches gilt für die Softwareschnittstellen (APIs), über die der Konzern die Nutzeraktivitäten in Smartphone-Apps auswertet. Beispielsweise schicken beliebte Android-Apps wie Spotify, Shazam oder Yelp über diese APIs ungefragt detaillierte Nutzungsdaten an Facebook, sogar wenn der App-User nie Facebook-Mitglied war. Das belegt eine Ende Dezember veröffentlichte Studie von Privacy International.

Tatsache ist: Facebooks Überwachungssoftware erhebt weiterhin in beunruhigender Detailtiefe Daten über das Verhalten aller Internetnutzer. Von Facebook in Schattenprofilen erfasst zu werden, lässt sich noch immer nicht verhindern. Und das völlig unabhängig davon, ob man Facebook-Dienste nutzt oder nicht.

Darüber hinaus wird dreist getrickst und getäuscht. Etwa mit Dark Patterns: Manipulatives Design soll Nutzer gezielt von strikten Datenschutzeinstellungen abhalten. Das praktiziert allerdings nicht nur Facebook, sondern auch Google und viele andere Unternehmen.

Kartellbehörden aktiver in Sachen Datenschutz als die Politik

Bleibt zu hoffen, dass sich die deutsche Politik nicht durch plumpe Ablenkungsmanöver täuschen lässt. Wenn Sandberg diese Woche die Bundesminister Peter Altmaier (CDU/ Wirtschaft) und Katarina Barley (SPD/ Justiz) trifft, muss Tacheles geredet werden! Es ist schon bezeichnend, dass bis heute weder das Verbraucher- noch das Datenschutzrecht die Datengier der Internetgiganten wirksam eindämmen konnte.

Bislang sind es einzig die Initiativen der Kartellbehörden, die hoffen lassen. Das Bundeskartellamt hat Facebook bereits Ende 2017 missbräuchliche Datensammlung vorgeworfen und mit Sanktionen gedroht. Laut Medienberichten will es bald gezielt gegen das Social Network vorgehen und ihm die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland zumindest teilweise verbieten.

„Datenschutz ist kein Hemmnis für Innovationen“

Marc Al-Hames auf der DLD (Bild: Andreas Gebert / Picture Alliance)
Marc Al-Hames auf der DLD (Bild: Andreas Gebert / Picture Alliance)

Häufig argumentieren Konzerne wie Facebook und Google, dass zu strenger Datenschutz Innovationen verhindere. Dem widersprach Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames auf der DLD: „Das ist eine Lüge! Privatsphäre ist kein Hemmnis für Innovationen. Wir müssen diese Lüge endlich aus den Köpfen der Menschen bekommen. Sie ist einer der Hauptgründe dafür, dass Datenschutz nicht zum Mainstream wird.“

Daher sei eine neue Denkweise nötig, so Al-Hames weiter: „Wir müssen zu dem Punkt kommen wo man sagt: Ich sammle nur, was ich wirklich brauche, und lasse alles, was ich nicht brauche, auf dem Gerät des Nutzers.“ Cliqz folgt diesem Prinzip konsequent – sowohl mit seinem Datenschutz-Browser und seiner selbst entwickelten Suchmaschine als auch mit seinem Geschäftsmodell MyOffrz. Das erschwert zwar manches, aber letztlich ist auch unter Berücksichtigung eines strikten Datenschutzes technisch nahezu alles machbar.


Cliqz verdoppelt deine Spende

Gemeinsam helfen: Cliqz verdoppelt deine Spende

Gemeinsam helfen: Cliqz verdoppelt deine Spende

Unterstütze Welthungerhilfe, SOS-Kinderdorf oder WWF mit deiner Spende im Kampf gegen Hunger, Armut und Umweltverschmutzung! Für jeden im Dezember gespendeten Euro legt Cliqz noch einen Euro drauf.

Cliqz verdoppelt deine Spende

Björn Greif
Redakteur

Ob Naturkatastrophen, Kriege, Kinderarmut oder Umweltverschmutzung – es gibt viel Elend in der Welt, das uns alle erschüttert. Doch gemeinsam können wir helfen, es zu lindern.

[Update vom 30.1.2019: Insgesamt sind im Rahmen der Spendenaktionen knapp 4000 Euro für Welthungerhilfe, SOS-Kinderdorf und WWF zusammengekommen. Cliqz hat diesen Betrag auf rund 8000 Euro verdoppelt. Ein großes DANKESCHÖN an alle Spender!]

Cliqz ermöglicht dir in den nächsten Wochen, schnell und einfach für renommierte Hilfsorganisationen wie Welthungerhilfe, SOS-Kinderdorf und WWF zu spenden. Und wir verdoppeln jeden Spendeneuro*, den Cliqz-Nutzer im jeweils rund zehntägigen Aktionszeitraum an diese drei Hilfsorganisationen überweisen – bis zu einem Gesamtbetrag von jeweils 16.000 Euro. Alle Aktionserlöse fließen in dringende Projekte der Hilfsorganisationen.

So einfach geht’s:

  1. Öffne den Cliqz Browser für Windows und Mac. Klicke auf das Geschenksymbol rechts neben der URL-Leiste.
  2. Klicke in dem rechts oben angezeigten Spendenhinweis auf „JETZT SPENDEN!“, um ein Spendenformular auf der Website der jeweiligen Hilfsorganisation zu öffnen.
  3. Im Spendenformular musst du nur noch den gewünschten Betrag angeben, den Cliqz anschließend verdoppelt.

Im Folgenden stellen wir die verschiedenen Hilfsorganisationen und einige ihrer Projekte genauer vor:

Wochenangebot WelthungerhilfeUnterstütze die Deutsche Welthungerhilfe mit deiner Spende im Kampf gegen Hunger und Armut. Die Organisation hat seit ihrer Gründung im Jahr 1962 über 8500 Hilfsprojekte in rund 70 Ländern durchgeführt. Beispielsweise leistet sie seit November 2013 Nothilfe für Bürgerkriegsopfer in Syrien. Mit den zunehmenden Flüchtlingsströmen in die Türkei und den Nordirak sowie weiteren Vertreibungen innerhalb des Iraks wurde sie auch in diesen Ländern aktiv.

Gemäß ihres Grundprinzips Hilfe zur Selbsthilfe verteilt die Welthungerhilfe in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort etwa Gutscheine für Saatgut, Düngemittel und Werkzeuge an Binnenflüchtlinge in den syrischen Städten Aleppo und Idlib, um die lokale Lebensmittelproduktion anzukurbeln. Zudem schult sie Menschen im Gemüseanbau, damit sie ihr Wissen an andere weitergeben können.

Welthungerhilfe: Nothilfe in Syrien

Mit deiner Spende für SOS-Kinderdorf unterstützt du Kinder in Not in Deutschland und weltweit. Die Organisation ist in über 130 Ländern aktiv. In Kenia und ganz Afrika setzt sie Spenden zum Beispiel für Nahrungsmittelpakete, Bildungspakete, medizinische Grundversorgung und Ausbildungskurse ein.

SOS-Kinderdorf hilft in Kenia und ganz Afrika

In Deutschland engagiert sich SOS-Kinderdorf an über 230 Standorten, damit Kinder und Jugendliche einen fairen Start ins Leben haben. Die Organisation unterhält hierzulande Hilfseinrichtungen wie Berufsausbildungszentren für die Ausbildung sozial benachteiligter Jugendliche, SOS-Mütterzentren, Jugendwohngruppen und ambulante Jugendhilfen. Viele Projekte sind rein spendenfinanziert. Daher zählt jeder Euro!

Unterstütze mit deiner Spende den WWF im Kampf für Umwelt- und Naturschutz. Der World Wide Fund For Nature setzt sich ein für den Erhalt der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie die Eindämmung von Umweltverschmutzung und schädlichem Konsumverhalten. Die überwiegend durch Spenden finanzierte Organisation ist in mehr als 80 Ländern vertreten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1963 hat sie weltweit über 2100 Projekte initiiert und gefördert.

Mehrere aktuelle WWF-Projekte widmen sich dem Kampf gegen die Vermüllung der Ozeane. Jede Minute gelangt eine Lastwagenladung Plastikmüll in unsere Meere. Für Tiere wird die Plastikflut zur tödlichen Gefahr, weil sie den Müll mit Nahrung verwechseln oder sich darin verfangen.

Der WWF konzentriert seine Aktivitäten darauf, den Eintrag von Plastikmüll an seiner Quelle zu stoppen. Beispielsweise hat er in Vietnam ein Modellprojekt gestartet, in dessen Rahmen er Müllkarren und -behälter bereitstellt, um ein besseres Recycling zu ermöglichen. Zudem klärt er die Bevölkerung über das Müllproblem auf, um Druck auf Regierungen und Unternehmen zu erzeugen.

WWF: Wie gelangt der Müll ins Meer?

Mach mit und unterstütze im Dezember die weltweiten Projekte von Welthungerhilfe, SOS-Kinderdorf oder WWF mit deiner Spende. Jeder Euro hilft – und dank Cliqz sogar doppelt!


*Die Cliqz GmbH verdoppelt jede Einzelspende von max. 500 Euro bis zu einem Gesamtvolumen von 8.000 Euro, sodass pro Spendenempfänger (Welthungerhilfe, SOS-Kinderdorf, WWF) insgesamt bis zu 16.000 Euro bereitgestellt werden. Die Verdopplungsaktion erfolgt ausschließlich online über den „JETZT SPENDEN!”-Link im Spendenhinweis und gilt nur im jeweiligen Aktionszeitraum (Welthungerhilfe: 01.12. bis 11.12.2018; SOS-Kinderdorf: 12.12. bis 21.12.2018; WWF: 22.12. bis 31.12.2018). Es werden ausschließlich Spenden von natürlichen Personen berücksichtigt. Die Spendenbescheinigung erhältst du (auf Anfrage) vom Spendenempfänger.


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Kick-off-Veranstaltung „Burda…talk!“ mit (v.l.n.r.) Katharina Schulze, Stefan Vilsmeier, Marc Al-Hames, Paul-Bernhard Kallen und Dominik Wichmann (Bild: Sabrina C. Maier/HBM)

Der Deal mit unseren Daten: das Ende der Privatsphäre?

Der Deal mit unseren Daten: das Ende der Privatsphäre?

Darüber diskutierten Experten aus Wirtschaft, Medien und Politik zum Auftakt der neuen Talkreihe „Burda…talk!“, die gesellschaftlich relevante Themen kontrovers beleuchtet.

Kick-off-Veranstaltung „Burda…talk!“ mit (v.l.n.r.) Katharina Schulze, Stefan Vilsmeier, Marc Al-Hames, Paul-Bernhard Kallen und Dominik Wichmann (Bild: Sabrina C. Maier/HBM)
Kick-off-Veranstaltung „Burda…talk!“ mit (v.l.n.r.) Katharina Schulze, Stefan Vilsmeier, Marc Al-Hames, Paul-Bernhard Kallen und Dominik Wichmann (Bild: Sabrina C. Maier/HBM)

Saki Athanassios Danoglidis

Am Montagabend startete Hubert Burda Media sein neues Diskussionsformat Burda…talk!, das gesellschaftlich relevanten Themen unserer Zeit auf den Grund geht und mit interessanten Speakern aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Das Thema der Auftaktveranstaltung lautete: „Der Deal mit unseren Daten: Das Ende der Privatsphäre oder Motor für Innovation?“

Auf der Bühne: Paul-Bernhard Kallen, CEO Hubert Burda Media, die bayerische Grünen-Chefin Katharina Schulze, Stefan Vilsmeier, der mit Big Data in seinem Unternehmen Brainlab die Gehirnchirurgie revolutioniert hat, und Marc Al-Hames, Geschäftsführer der Cliqz GmbH, der mit dem gleichnamigen Browser das Internet sicherer machen will. Politik, Medienmacher, IT-Start-ups. Der Journalist und Autor Dominik Wichmannn führte durch den Abend.

Der Gewinner der DSGVO: Google

„Google spioniert uns heute mehr aus, als sie es Anfang des Jahres getan haben.“ Das ergab eine Studie, die Marc Al-Hames mit seinem Team von Cliqz durchgeführt hat und überprüft, wie sich das Web vor und nach der DSGVO verändert hat. Dann führt er fort: „Damit ist Google ein Gewinner der Datenschutzgrundverordnung. Der Internet-Riese hat heute eine größere Reichweite mit Trackern als vor der Einführung des Gesetzes.“ Stille im Publikum. Die Datenschutzgrundverordnung sei zwar ein guter erster Schritt und ein Zeichen von Europa in Richtung Datenschutz, das Gesetz regele aber lediglich nur nach, was vor 20 Jahren hätte passieren müssen.

Drei Punkte, in denen sich das Netz verändert hat

Jeder der Panel-Gäste schilderte zunächst in einem kurzen Eingangsstatement seine Position, bevor es in die Diskussion ging. Paul-Bernhard Kallen erklärte, dass der „Deal mit unseren Daten“ zwei Seiten habe: „Daten sind eine große Chance für die Industrie und gerade für die Forschung, um Muster zu erkennen und hieraus großartige Dinge zu entwickeln.“ Es gäbe aber auch eine andere Seite, die Consumer Industry, so Kallen weiter. „Diese Seite betrifft uns, die Medien machen und Handel betreiben. Aus dieser Perspektive hat sich das Netz in drei großen Punkten anders entwickelt, als wir es uns Mitte der Neunziger Jahre erhofft hatten: Wie geht es mit den persönlichen Daten weiter? Wie halten wir den Markt offen, ohne dass Google und Co bestimmen, was wir tun? Und wie schützen wir unsere Demokratie angesichts dessen, was mit Daten, Algorithmen und Monopolen tatsächlich machbar ist?“

Aufklärung und Bildung

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, betonte mehrfach an diesem Abend, dass die Aufklärung der Bürger eine der wichtigsten Aufgaben der Politik sei. Digitalbildung müsse an den Schulen ein reguläres Unterrichtsfach sein. Man müsse die Medienkompetenzen stärken und den Menschen helfen, zu mündigen Bürgern zu werden. Viele kleine und mittelständische Unternehmen seien durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung völlig verunsichert worden. Hier hätte die Politik mehr Informationsarbeit leisten müssen. Das alles sei Aufgabe der Länder.

Innovationsbremse

Diese Verantwortung der Länder steht dem Unternehmer Stefan Vilsmeier, der mit seiner Soft- und Hardware Leben rettet, oft im Weg: „Wenn wir Produkte implementieren, müssen wir anfangen, mit jedem Datenschützer über dessen individuelle Auslegung der Gesetze zu diskutieren.“ Was fehlt sei eine Abstimmung auf Bundesebene, so Vilsmeier. „Wir haben kein Problem mit einem strengen Datenschutz, wir haben aber ein Problem damit, dass dieser in jedem Bundesland völlig unterschiedlich ausgelegt werden kann. In manchen Krankenhäusern müssen Patientendaten gelöscht werden, sobald der Patient das Krankenhaus verlässt, in anderen dürfen sie für die nächsten zehn Jahre nicht gelöscht werden.“

Wettbewerbsverzerrung

Al-Hames, der mit dem Cliqz Browser selbst auch an digitaler Zukunftstechnologie arbeitet, bemängelte die Wettbewerbsverzerrung im digitalen Markt:

Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames (Bild: Dominik Gigler/HBM)
Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames (Bild: Dominik Gigler/HBM)

„Wir sind mittlerweile sehr gut darin, das Kleine zu regulieren, dabei verlieren wir aber das Grundsätzliche aus den Augen.“ Die Regulierungen seien in anderen Ländern wie Amerika deutlich laxer und China setze gerade den kleinsten Standard, den man haben kann. „Wie wollen wir als Europäer mit einem Staat konkurrieren, der letztendlich keinerlei Datenschutz kennt? Da können wir nur verlieren, wenn wir erlauben, dass diese Systeme auf den europäischen Markt kommen. Hier müssen wir uns als Europäer irgendwann fragen, wollen wir alles mitmachen? Dann können wir den Datenschutz auch gleich komplett aufheben. Oder wollen wir unsere Werte verteidigen? Wir haben eine Geschichte in Europa in Sachen Privatsphäre. Diese müssen wir verteidigen.“

In einer anschließenden Fragerunde hatten die Zuschauer die Möglichkeit, mit den Panelisten zu diskutieren. Burda…talk! ist eine Einladung für alle, sich am Diskurs zu beteiligen, die eigene Meinung zu überprüfen und andere Perspektiven zu verstehen.

„Fast Forward“

Der Auftaktveranstaltung von Burda…talk! werden weitere Diskussionsrunden zu gesellschaftlich relevanten Themen entlang der Digitalisierung folgen. Gleichzeitig hat Hubert Burda Media eine Podcast-Reihe mit dem Titel „Fast Forward“ gestartet, die sich in der ersten Folge ebenfalls mit der Frage beschäftigt, warum Datenschutz ein so wichtiges Zukunftsthema ist und wie ein besseres Internet in Zukunft aussehen könnte. In jeder der sechs Folgen der ersten Staffel diskutieren Experten und Ingenieure über Ideen, Technologien und Tools, die die Zukunft gestalten. Hierbei geht es neben Datenschutz auch um Themen wie die Blockchain-Technologie, Künstliche Intelligenz oder E-Health. Hier geht’s zur Podcast-Reihe.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Burda-Blog.


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Black Friday

Cliqz Black Friday: Spare bis zu 60% mit exklusiven Angeboten

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Ein Black Friday Widget auf Cliqz Tab liefert dir vom 23. bis 26. November einen schnellen Überblick über die spannendsten Schnäppchen. So kannst du das Beste für dich rausholen!

Black Friday

Björn Greif
Redakteur

Am 23. November lädt der Black Friday wieder zum ausgiebigen Shoppen ein. An dem Schnäppchentag, der ursprünglich aus den USA stammt, sowie an den folgenden Tagen locken Händler mit besonders attraktiven Rabatten und Angeboten.

Cliqz Tab Black Friday WidgetDamit du dir schnell einen Überblick verschaffen kannst und garantiert kein Schnäppchen verpasst, haben wir Cliqz Tab um ein Black Friday Widget erweitert. Öffnest du im Cliqz Browser für Windows und Mac oder in der Cliqz-Erweiterung für Firefox einen neuen Tab, siehst du links oben neuerdings ein Preisschildsymbol.

Ein Klick auf das Icon bringt dich vom 23. bis 26. November zu einer Übersichtsseite mit exklusiven Angeboten von bekannten Shops und deinen Lieblingsmarken aus Elektronik, Fashion & Beauty, Haus & Garten, Essen & Trinken, Auto, Reisen und mehr. Bei Bedarf lassen sich die Angebote nach Kategorien filtern. Mit einem weiteren Klick kommst du direkt zur jeweiligen Shopseite, auf der du deinen Rabatt einlösen kannst.

Täglich exklusive Angebote vom 23. bis 26. November

In den USA läutet der Black Friday, der traditionell einen Tag nach Thanksgiving stattfindet, die Weihnachtseinkaufssaison ein. Die meisten Rabattaktionen gehen bis zum folgenden Montag, dem Cyber Monday, an dem vor allem Technikschnäppchen locken.

Entsprechend versorgt dich das neue Cliqz Tab Widget vom 23. bis 26. November täglich mit exklusiven Angeboten. So kannst du das Beste für dich rausholen.

Viel Spaß beim Shoppen!


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Datenleck bei Google+: nur die Spitze des Eisbergs?

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Auf Googles Servern liegen höchst intime Daten über dich. Wie der jüngste Skandal zeigt, gibt es auch bei Google keine 100-prozentige Sicherheit. Willst du also dem Konzern dein komplettes digitales Leben anvertrauen?

Björn Greif
Redakteur

Durch eine Datenlücke bei Google+ hatten Dritte theoretisch Zugang zu privaten Informationen von bis zu einer halben Million Mitgliedern des sozialen Netzes. Einsehbar waren unter anderem Namen, E-Mail-Adresse, Beschäftigung, Geburtsdatum und Geschlecht.

Obwohl der Internetkonzern die Datenlücke nach eigenen Angaben schon im März 2018 entdeckt und geschlossen hatte, informierte er seine Nutzer erst Anfang dieser Woche. Laut Wall Street Journal fürchtete die Konzernführung, dass die US-Regierung Parallelen zum Facebook-Datenskandal um Cambrigde Analytica ziehen und auf eine stärkere Regulierung drängen könnte. Aus diesem Grund habe Google die Lücke verschwiegen.

Google weiß praktisch alles über dich

Angesichts eines solchen Verhaltens stellt sich die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit. Zumal Google auf seinen Servern noch erheblich mehr persönliche Daten hortet als nur die der Google+-Mitglieder. Der Konzern weiß praktisch alles über dein digitales (und somit auch reales) Leben. Denn er sammelt über seine Suche, Produkte wie YouTube und Android sowie seine Tracker massenhaft Nutzerdaten.

Willst du einem Unternehmen, das die Daten seiner Nutzer offensichtlich nicht ausreichend schützen kann und es nicht einmal für nötig hält, Betroffene über ein Datenleck zu informieren, wirklich dein komplettes digitales Leben anvertrauen?

Googles Tracker überwachen 78 Prozent des gesamten Internetverkehrs und erfassen alle möglichen Daten, von simplen Seitenaufrufen bis hin zu höchst vertraulichen Informationen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Seitenbesucher jemals ein Google-Produkt genutzt hat oder nicht. Anhand der Daten könnte Google jeden Internetnutzer sehr leicht deanonymisieren, wodurch zwangsläufig Schattenprofile entstehen.

Daten erlauben tiefe Einblicke in dein Leben

Die Auswertung von „nur“ einem Drittel deines Internetverlaufs reicht bereits aus, um detaillierte Einblicke in deine Lebensweise zu erhalten. Wer im Besitz dieser Daten ist, erfährt zum Beispiel nicht nur etwas über deine Kaufinteressen und Reisepläne, sondern auch, welche politische Einstellung und sexuelle Vorlieben du hast, ob du krank oder überschuldet bist.

Mit Anti-Tracking-Tools wie Cliqz oder Ghostery kannst du deine persönlichen Daten vor dem Zugriff durch Google und andere Datenkraken schützen. Sie verhindern zuverlässig das Ausspähen deines Surfverhaltens und stellen sicher, dass deine Privatsphäre beim Surfen gewahrt bleibt.


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Android: EU verhängt gegen Google Rekord-Kartellstrafe von 4,34 Milliarden Euro

Wegen Android: EU verhängt gegen Google Rekord-Kartellstrafe von 4,34 Milliarden Euro

Google hat seine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt, indem es Hersteller von Android-Geräten unter anderem verpflichtete, seinen Browser und seine Such-App vorzuinstallieren.

Björn Greif
Redakteur

Die EU-Kommission hat Google zur Zahlung einer Rekord-Kartellstrafe von 4,34 Milliarden Euro verpflichtet, weil es seine marktbeherrschende Stellung bei Suchmaschinen, Mobilbetriebssystemen und App-Stores für Android ausgenutzt hat. Damit schöpfte die Kommission den ihr zur Verfügung stehenden Strafrahmen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Konzernumsatzes nicht voll aus. Im Fall von Google bzw. der Muttergesellschaft Alphabet wäre eine Geldbuße von bis zu 11 Milliarden Dollar möglich gewesen.

Mehr als die Strafzahlung dürfte Google aber ohnehin treffen, dass es seine von der EU-Kommission verurteilte Praxis der Wettbewerbsbehinderung im Mobilbereich nicht fortsetzen darf. Denn Google muss sein wettbewerbswidriges Verhalten nun innerhalb von 90 Tagen endgültig abstellen, da ihm sonst Zwangsgelder von bis zu 5 Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes von Alphabet drohen.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu:

In dieser Sache geht es um drei Arten von rechtswidrigen Einschränkungen, die Google Herstellern von Android-Geräten und Mobilfunknetzbetreibern auferlegt hat, um sicherzustellen, dass der Internetverkehr auf Android-Geräten über die Google-Suchmaschine läuft. Auf diese Weise hat Google Android dazu verwendet, die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine zu festigen. Durch diese Praktiken wurde Wettbewerbern von Google die Möglichkeit genommen, innovativ und konkurrenzfähig zu sein. Auch den europäischen Verbrauchern wurden somit die Vorteile eines wirksamen Wettbewerbs auf dem so wichtigen Markt für mobile Internetdienste verwehrt. Dies ist nach den EU-Kartellvorschriften rechtswidrig.

Update vom 10.10.2018: Google hat beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg Einspruch gegen die Kartellstrafe eingelegt. Der Rechtsstreit kann sich über Jahre hinziehen, bis es zu einem abschließendem Urteil kommt.

Wie Google seine Marktmacht missbraucht

Google hat nach Ansicht der Kommission drei voneinander unabhängige Praktiken angewendet, die alle darauf ausgerichtet waren, seine beherrschende Stellung auf dem Suchmarkt zu festigen:

  1. Illegale Kopplung der Google-Suche und Browser-Apps
  2. Illegale, an die exklusive Vorinstallation der Google-Suche geknüpfte Zahlungen
  3. Illegale Behinderung der Entwicklung und des Vertriebs konkurrierender Android-Betriebssysteme

So hat Google insbesondere:

  • von allen Herstellern als Bedingung für eine Lizenzierung des Play Store verlangt, die App Google-Suche und den Browser Chrome auf ihren Geräten vorzuinstallieren,
  • Zahlungen an bestimmte große Hersteller und Mobilfunknetzbetreiber geleistet, wenn diese ausschließlich die App Google-Suche auf ihren Geräten vorinstallierten, und
  • Hersteller, die Apps von Google auf ihren Geräten vorinstallieren wollten, daran gehindert, Mobilgeräte mit konkurrierenden Betriebssystemen zu verkaufen, die sich auf den offenen Android-Quellcode stützen.

(Bild: European Union)
(Bild: European Union)

Durch diese rechtswidrigen Einschränkungen, war es Herstellern von Android-Geräten beispielsweise nicht möglich, nur den Play Store ohne weitere Google-Apps, Firefox statt Chrome oder einen anderen Kartendienst als Google Maps vorzuinstallieren. Sie waren gezwungen, Googles Konkurrenten zu benachteiligen bzw. auszusperren, wenn sie Geräte mit dem für sie kostenlosen Android-Betriebssystem vertreiben wollten.

Cliqz-Geschäftsführer Marc Al-Hames erklärt dazu:

In der analogen Welt würde niemand auch nur auf die Idee kommen, einem mächtigen Konzern wie zum Beispiel Nestlé zu erlauben, die Infrastruktur und Ladeneinrichtungen fast aller Supermärkte zu übernehmen und diese dann den Supermarktbetreibern kostenlos zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, keine Nestlé-Konkurrenzprodukte anzubieten. Genau so etwas geschieht aber bislang in der digitalen Welt. Die Entscheidung, eine Öffnung der marktbeherrschenden Android-Plattform für andere Anbieter zu erzwingen, ist längst überfällig. Wir fordern, dass die EU im nächsten Schritt der Praxis von Alphabet einen Riegel vorschiebt, Browserhersteller wie Mozilla mit Firefox und Apple mit Safari durch lukrative Verträge an seine Google-Suchmaschine zu binden.

Die Google-Mutter Alphabet kann als der mit Abstand größte Anbieter von Online-Werbung immer mehr zahlen als die Konkurrenz. Der Internetgigant nimmt weltweit über 100 Milliarden Dollar jährlich mit Werbung ein. Davon entfällt der Löwenanteil auf Suchmaschinenwerbung. Deshalb lohnt es sich für Alphabet, jährlich über 20 Milliarden Dollar „Traffic Acquisition Costs“ an andere Browserhersteller zu zahlen, um seine marktbeherrschende Stellung zu sichern und sogar noch auszubauen. „Hier muss Europa endlich ein faires Wettbewerbsumfeld für alle Suchmaschinen schaffen”, fordert Al-Hames.


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MyOffrz: Marketing-Innovation vereint Targeting und Privatsphäre

MyOffrz: Marketing-Innovation vereint Targeting und Privatsphäre

MyOffrz verlagert die Speicherung und Verarbeitung der Surfdaten von der Server- auf die Client-Seite. Damit bietet Cliqz eine DSGVO-konforme, datenschutzfreundliche Alternative zu den Werbemodellen von Google und Facebook.

Björn Greif
Redakteur

Cliqz hat nach einer erfolgreichen Pilotphase den offiziellen Startschuss für MyOffrz gegeben. Das innovative Geschäftsmodell beruht auf einem neuen Konzept namens Browser-based Performance Marketing, das eine individuelle Ansprache von Konsumenten und größtmöglichen Schutz der Privatsphäre vereint. Damit beweist Cliqz, dass erfolgreiches Marketing im Internet auch ohne das massenhafte Sammeln und Speichern von Nutzerdaten möglich ist.

Anbieter wie Google oder Facebook sammeln zu Marketingzwecken so viele Daten wie möglich über Nutzer und speichern sie in Profilen auf Servern in ihren Datenzentren ab, womit sie in ihren Besitz übergehen. Auf der Grundlage dieser Daten, die höchst vertrauliche Informationen enthalten können, spielen die Werbeanbieter anschließend gezielt Anzeigen an individuelle Nutzer aus.

Dein Browser weiß alles, Cliqz weiß nichts

Das MyOffrz zugrunde liegende Browser-based Performance Marketing funktioniert gänzlich anders: Es verlagert die Speicherung und Verarbeitung der Daten von der Server-Seite auf die Client-Seite. Der Abgleich von Interessen und Kaufabsichten mit Angeboten von Werbekunden erfolgt ausschließlich auf dem Endgerät des Nutzers. Dadurch bleiben die Daten im Besitz sowie unter der vollständigen Kontrolle des Nutzers und seine Privatsphäre bleibt stets gewahrt.

MyOffrz ist eine datenschutzfreundliche Alternative zu bestehenden Werbemodellen.
MyOffrz ist eine datenschutzfreundliche Alternative zu bestehenden Werbemodellen.

Aber welche Daten nutzt MyOffrz zur Ermittlung von Interessen? Die MyOffrz-Technologie hat lokal auf dem Gerät Zugriff auf die besuchten Websites und Websuchen sowie – falls der Nutzer dies erlaubt – auf den ungefähren Standort. Dies sind Daten, die in Browsern ohnehin anfallen und in der Chronik gespeichert werden. Löscht der Nutzer seinen Browserverlauf, weiß auch MyOffrz nichts mehr. Da serverseitig keinerlei personenidentifizierbare Daten gespeichert oder verarbeitet werden, erfüllt MyOffrz alle Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der kommenden ePrivacy-Verordnung.

Paradigmenwechsel

„Die Verlagerung der Targeting-Logik von der Server-Seite auf das Endgerät des Kunden ist ein echter Paradigmenwechsel. Die Daten bleiben im Besitz und unter der Kontrolle der Nutzer, und trotzdem sind Targeting-basierte Geschäftsmodelle möglich. Niemand kann mehr behaupten, Internetunternehmen müssten so viel wie möglich über ihre Nutzer wissen, um ihnen relevante Angebote machen zu können“, sagt Jean-Paul Schmetz, Gründer und Geschäftsführer von Cliqz.

MyOffrz als Proof-of-Concept sei ein deutliches Signal an die Politik, sich bei der Ausgestaltung von ePrivacy nicht von jenen täuschen zu lassen, die behaupten, ohne den Besitz von Daten über Nutzer würde das Geschäft im Internet nicht funktionieren. Google könne beispielsweise Browser-based Perfomance Marketing mit Chrome ohne Weiteres anbieten oder auf die Speicherung von Sucheingaben verzichten, wenn es nur wollte. Schmetz weiter:

Der gesamten Branche fällt es schwer, die Daten in den Besitz und unter die Kontrolle der Nutzer zurückzugeben. Dabei ist es genau das, was den Kern einer datenschutzorientieren Herangehensweise ausmacht, die dem Geist des europäischen Projekts DSGVO entspricht. Lassen wir uns nicht länger vom Silicon Valley diktieren, wie Geschäfte im Internet gemacht werden! Gehen wir unseren eigenen, europäischen Weg!

Alternative zum Duopol

Eine Testphase mit ausgewählten Pilotkunden hat gezeigt, dass MyOffrz in Bezug auf die Performance mit konventionellen Angeboten absolut konkurrenzfähig ist. Mit der DSGVO und ePrivacy werden die Duopolisten Google und Facebook ihre Marktmacht noch weiter steigern können und wahrscheinlich auch ihre Preise signifikant erhöhen. Mit MyOffrz bietet Cliqz eine europäische Alternative, die zu mehr Wettbewerb beiträgt.

MyOffrz ist integraler Teil der Browser- und Browsererweiterungen von Cliqz, die für Windows, Mac, Android und iOS verfügbar sind. Mit der Marketing-Innovation will Cliqz auch seine anderen kostenlosen Produkte wie die Schnellsuche und die Anti-Tracking-Technologien der Marken Cliqz und Ghostery monetarisieren.


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Nach Gmail-Kontroverse: So entziehst du Apps den Zugriff auf dein Google-Konto

Nach Gmail-Kontroverse: So entziehst du Apps den Zugriff auf dein Google-Konto

Wer einer Drittanbieter-App Zugriff auf Gmail gewährt, muss damit rechnen, dass Mitarbeiter des Entwicklers private Nachrichten lesen. Prüfe jetzt die Zugriffsrechte!

Björn Greif
Redakteur

Anfang der Woche hat ein Artikel des Wall Street Journal ein eigentlich schon lange bekanntes Problem wieder in Erinnerung gerufen und für einige Aufregung gesorgt: Entwickler von Drittanbieter-Apps können die E-Mails von Millionen Gmail-Nutzern lesen. Was Experten als „gängige Praxis“ bezeichnen, nennt die Zeitung ein „schmutziges Geheimnis“, weil sich sicherlich nicht alle Anwender dieser Tatsache bewusst sind.

Laut WSJ unternimmt Google nur wenig, um solche App-Entwickler zu überwachen, bei denen Maschinen und teilweise auch Menschen „hunderte Millionen E-Mails“ lesen. Konkret heißt es in dem Bericht:

Eines dieser Unternehmen ist Return Path, das Daten für Vermarkter sammelt, indem es die Posteingänge von mehr als zwei Millionen Menschen scannt, die sich für eine der kostenlosen Anwendungen aus dem Return-Path-Partnernetzwerk mit einer Gmail-, Microsoft- oder Yahoo-Adresse angemeldet haben. Normalerweise übernehmen Computer das Scannen und analysieren etwa 100 Millionen E-Mails pro Tag. Vor etwa zwei Jahren hätten aber Mitarbeiter von Return Path rund 8000 unveränderte E-Mails gelesen, um die Software des Unternehmens zu trainieren, sagten mit der Sache vertraute Personen.

Dies ist nur eines von mehreren Beispielen, die das WSJ nennt. Ihm zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass Daten von Gmail-Nutzern in irgendeiner Weise missbraucht wurden. Generell berge das Öffnen des Zugangs zu E-Mail-Daten (einschließlich Nachrichteninhalt, Betreff und diverse Metadaten) aber Risiken.

Google wiegelt ab

Google führt in einem Blogbeitrag zu seiner Verteidigung und zur Beruhigung seiner Nutzer an, es selbst lese E-Mails nur in „ganz bestimmten Fällen“ und ausschließlich mit Genehmigung des Betroffenen, etwa um Bugs oder Missbrauch zu untersuchen. Außerdem arbeite man weiter daran, die Drittentwickler von Gmail-Apps zu überprüfen. Nutzer hätten jederzeit die Kontrolle, welche Apps auf ihren Google-Account und ihr Gmail-Konto zugreifen dürften. Denn Drittanbieter-Apps benötigten für den Kontenzugriff grundsätzlich die Zustimmung des Nutzers.

Allerdings achtet sicherlich nicht jeder Anwender darauf, welche Rechte er welcher App einräumt. Und so mancher hat vielleicht schlicht vergessen, dass er irgendwann einer App den Zugriff auf sein E-Mail-Konto erlaubt hat. Glücklicherweise kannst du Apps und Websites einmal erteilte Zugriffsrechte für dein Google-Konto wieder entziehen. So geht’s:

  1. Öffne im Browser die Seite myaccount.google.com.
  2. Melde dich mit deinem Google-Konto an.
  3. Klicke im Bereich „Anmeldung & Sicherheit“ auf „Apps mit Kontozugriff“.
  4. Klicke unter „Apps mit Kontozugriff“ auf „Apps verwalten“. (Alternativ kannst du auch direkt diesem Link folgen und dich dann mit deinem Google-Konto anmelden.)
  5. In dem Bildschirm „Apps mit Zugriff auf mein Konto“ kannst du nun durch Auswahl der aufgeführten Apps die Zugriffsrechte einsehen und gegebenenfalls entfernen.

Generell empfiehlt es sich, die Liste der Apps mit Zugriff auf dein Google-Konto regelmäßig zu überprüfen und nicht mehr genutzten Programmen die Zugriffsrechte zu entziehen. Am besten wägst du schon vor der Nutzung einer App oder Erweiterung gründlich ab, welche Rechte du ihr einräumen willst.


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Cliqz macht dich zum WM-Experten: Fun Facts zur Fußball-WM 2018

Cliqz macht dich zum WM-Experten: Fun Facts zur Fußball-WM 2018

Du willst Familie, Freunde oder Arbeitskollegen mit geballtem Fußball-Fachwissen beeindrucken? Kein Problem: Wir haben Wissenswertes und Kurioses rund um die WM in Russland zusammengetragen.

Björn Greif
Redakteur

Die Fußball-WM in Russland geht in die heiße Phase. Die Achtelfinalteilnehmer stehen fest. Die übrigen 16 Teams mussten vorzeitig die Heimreise antreten, darunter auch die deutsche Nationalmannschaft. Es ist das dritte Mal in Folge und das vierte Mal in den letzten 20 Jahren, dass der amtierende Weltmeister schon in der Gruppenphase ausgeschieden ist.

Vor Deutschland traf der „Fluch des Weltmeisters“ bereits Frankreich (2002), Italien (2010) und Spanien (2014). Einzig Rekordweltmeister Brasilien konnte ihm entgehen und kam 2006 immerhin ins Viertelfinale, in dem es Frankreich 0:1 unterlag.

Mit unserem WM-Widget im Cliqz Browser für Windows und Mac verpasst du garantiert kein Tor und bleibst immer auf dem Laufenden. Es liefert dir alle relevanten Spielinfos wie Anstoßzeiten, Spielpaarungen und (Live-)Ergebnisse. Öffne einfach einen neuen Tab und klicke oben links auf das Fußball-Icon. Oder folge diesem Link zu sport.cliqz.com

Im Folgenden findest du noch mehr Fun Facts und Wissenswertes zur WM:

  • Die meisten WM-Titel gewann bisher Brasilien (5: 1958, 1962, 1970, 1994, 2002). Es hat damit einen Titel mehr als Italien (1934, 1938, 1982, 2006) und Deutschland (1954, 1974, 1990, 2014).
  • Die meisten WM-Spiele in der Geschichte bestritt Lothar Matthäus (Deutschland, 25). Dahinter folgen Miroslav Klose (DEU, 24), Paolo Maldini (ITA, 23), Uwe Seeler (DEU, 21) und Diego Maradona (ARG, 21).
  • Die meisten WM-Tore erzielte Miroslav Klose (DEU) mit 16 Treffern in 24 Spielen. Ebenfalls sehr erfolgreiche Torschützen waren Ronaldo (BRA, 15/19), Gerd Müller (DEU, 14/13), Just Fontaine (FRA, 13/6) und Pelé (12/14).
  • Die meisten Tore in einem WM-Spiel gelangen 1994 dem Russen Oleg Salenko: Er steuerte 5 Treffer zum 6:1 im Gruppenspiel gegen Kamerun bei.
  • Das Spiel mit den meisten Toren bei einer WM fand 1954 zwischen Österreich und Gastgeber Schweiz statt. Das Endergebnis lautete 7:5 – NICHT im Elfmeterschießen, sondern nach regulärer Spielzeit!
  • Das kartenreichste WM-Spiel ist das Achtelfinale zwischen Portugal und den Niederlanden 2006 in Nürnberg, das als “Schlacht von Nürnberg” in die Fußballgeschichte einging. Der russische Schiedsrichter Walentin Iwanow zeigte in dem nach seiner Aussage „härtesten Spiel meiner Karriere“ 16 Gelbe Karten, davon 4 Gelb-Rote.
  • Das bestbesuchte WM-Spiel aller Zeiten ist die Partie zwischen Uruguay und Gastgeber Brasilien bei der WM 1950. Unfassbare 173.850 Zuschauer sahen die Begegnung auf den Rängen des Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro. Zum Vergleich: Zum WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien waren im modernisierten Maracanã-Stadion nur noch 74.738 Zuschauer zugelassen.

  • 32 Mannschaften nehmen an dem Turnier teil. Einschließlich des automatisch qualifizierten Gastgebers Russland sind insgesamt 14 europäische Nationen vertreten. Hinzu kommen je 5 Teams der afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Konföderation sowie 3 nord- bzw. mittelamerikanische Mannschaften.
  • Argentinien stellt (zusammen mit Costa Rica) das älteste Team der WM mit einem Durchschnittsalter von 29,6 Jahren. Die jüngste Mannschaft des Turniers ist Nigeria mit 25,9 Jahren im Schnitt. Der amtierende Weltmeister Deutschland kommt auf 27,1 Jahre, Rekordweltmeister Brasilien auf 28,6 Jahre.
  • Die 32 WM-Teilnehmer kämpfen 31 Tage lang um den 36,8 cm hohen und 6175 g schweren WM-Pokal. Dieser ist rund 120.000 Euro wert, ideell aber unbezahlbar.
  • Neben Ruhm und Ehre winken dem Weltmeister 38 Millionen Dollar Preisgeld. Der Verlierer des Endspiels kann sich noch mit 28 Millionen Dollar trösten. Wer die Gruppenphase übersteht, erhält 12 Millionen Dollar. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 400 Millionen Dollar ausgezahlt. Das sind rund 12 Prozent mehr als bei der WM 2014 in Brasilien.
  • Legt man den Marktwert der Spieler zugrunde, haben die teilnehmenden Mannschaften einen Gesamtmarktwert von 10,45 Milliarden Euro. Den teuersten Kader hat Frankreich mit 1,08 Milliarden Euro, vor Spanien (1,03 Milliarden), Brasilien (981 Millionen), Deutschland (883 Millionen) und England (874 Millionen). Der Kaderwert des WM-Neulings Panama beträgt gerade einmal 8,43 Millionen Euro. Teuerster Einzelspieler ist der Brasilianer Neymar mit einem Marktwert von 180 Millionen Euro. (Quelle: transfermarkt.de, Stand 11.06.18)
  • Für die 64 Spiele der WM 2018 wurden rund 2,4 Millionen Tickets verkauft. Die mit Abstand meisten Karten (871.797) sicherten sich Fans aus Russland, gefolgt von Anhängern aus den USA (88.825), Brasilien (72.512), Kolumbien (65.234), Deutschland (62.541) und Mexiko (60.302).
  • Ein Ticket für die WM 2018 kostet zwischen 85 und 892 Euro. Bei der WM 2014 in Brasilien lagen die offiziellen Kartenpreise noch zwischen 69 und 730 Euro. Auf dem Schwarzmarkt wurden vor vier Jahren Karten für das Finale zu Preisen von bis zu 30.000 Euro gehandelt.
  • Das größte der 12 WM-Stadien ist das Luschniki-Stadion in Moskau mit einer Gesamtkapazität von 80.000 Zuschauern. Dort wird am 15. Juli auch das Finale ausgetragen. Dahinter folgen das für rund 800 Millionen Euro neu gebaute Sankt-Petersburg-Stadion in Sankt Petersburg (67.000) und das Fischt-Stadion in Sotschi (44.287), in dem 2014 die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele stattfand. Das kleinsten WM-Stadien sind das Kaliningrad-Stadion und die Jekaterinburg-Arena mit 33.973 respektive 33.061 Plätzen.

  • Brasilien ist die einzige Nation, die an jeder Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Bei bisher 20 Teilnahmen gewannen die Südamerikaner 5 Weltmeistertitel und sind damit Rekordhalter. Dahinter folgen Deutschland, Italien (je 18/4) und Argentinien (16/2). Mexiko war schon 15 Mal bei einer WM dabei, ging bisher aber immer leer aus.
  • Island und Panama haben sich erstmals für die WM-Endrunde qualifiziert. Panamas Präsident erklärte den 11. Oktober, den Tag der erfolgreichen Qualifikation, kurzerhand zum nationalen Feiertag. 66.000 Island-Fans sollen sich um WM-Karten beworben haben. Das entspricht 20 Prozent der Bevölkerung des Inselstaats. „Huh!“
  • Ägypten nimmt erstmals seit 1990 wieder an einer WM-Endrunde teil – dank eines Last-Minute-Tores von Nationalheld Mo Salah, der bei der letzten Präsidentschaftswahl in Ägypten rund 5 Prozent der Stimmen erhielt, obwohl er gar nicht nominiert war.
  • Peru ist zum ersten Mal seit 1982 wieder bei einer WM-Endrunde dabei und hat damit die längste Durststrecke aller teilnehmenden Mannschaften überwunden, die zuvor schon einmal qualifiziert waren.
  • Südkorea spielt seine zehnte Weltmeisterschaft und hat damit die meisten Teilnahmen aller asiatischen Nationen.
  • Nigeria hat sich seit seinem Debüt 1994 sechs Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert – so häufig wie kein anderes afrikanisches Land.
  • Der diesjährige WM-Gastgeber Russland kam bisher noch nie über die Gruppenphase hinaus. Allerdings erreichte 1966 die damalige Sowjetunion immerhin Platz 4.
  • Italien ist erstmals seit 1958 nicht bei einer WM dabei.
  • Die USA sind zum ersten Mal seit 1986 nicht für die WM-Endrunde qualifiziert – ärgerlich für den US-Fernsehsender Fox Sports, der mehr als 400 Millionen Dollar für die Übertragungsrechte für die WM 2018 und 2022 gezahlt haben soll.
  • Neben Italien und den USA sind auch andere fußballbegeisterte Nationen nicht bei der diesjährigen WM vertreten, darunter Algerien, Chile, Ecuador, Ghana, Irland, Kamerun, Niederlande, Türkei und Venezuela.

  • Die WM wird 2018 bereits zum 21. Mal ausgetragen, aber erstmals in Russland.
  • Zum ersten Mal findet die WM auf zwei verschiedenen Kontinenten statt: Asien und Europa.
  • In Russland wird in zwölf Stadien an elf Austragungsorten gespielt: Moskau (zwei Stadien und Endspielort), Sankt Petersburg, Jekaterinburg, Kasan, Samara, Wolgograd, Nischni-Nowgorod, Saransk, Rostow am Don, Kaliningrad und Sotschi.
  • Die Entfernung zwischen dem westlichsten (Kaliningrad) und dem östlichsten (Jekaterinburg) Austragungsort entspricht mit knapp 2500 km etwa der Distanz zwischen Moskau und London. Zwischen dem nördlichsten (Sankt Petersburg) und südlichsten Spielort (Sotschi) liegen mehr als 1900 km Luftlinie, was etwa der Entfernung zwischen Moskau und München entspricht.
  • Die WM-Spielorte liegen in vier Zeitzonen. Insgesamt hat Russland als flächenmäßig größtes Land der Welt elf Zeitzonen.
  • Das diesjährige WM-Maskottchen ist ein Wolf namens Zabivaka, was übersetzt “der einen Treffer erzielt” oder „kleiner Torschütze“ bedeutet.
  • Mit geschätzten Kosten von 10 Milliarden Euro gilt die Weltmeisterschaft in Russland als das teuerste Turnier der WM-Geschichte.

Innerhalb der nächsten Woche werden wir diesen Beitrag um weitere harte und lustige Fakten zum größten Sportereignis der Welt ergänzen. Also bleib am Ball!


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Brief an Facebook – Was wissen Sie über mich?

Brief an Facebook – Was wissen Sie über mich?

Die DSGVO gibt EU-Bürgern das Recht, Auskunft darüber zu verlangen, ob sie betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden. Unser Mitarbeiter Thomas Konrad hat von diesem Recht Gebrauch gemacht und Facebook einen Antrag auf Auskunft geschickt.

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Thomas Konrad
PR & Communication Lead

Seit heute ist die neue Datenschutz-Grundverordung (DSVGO) in Kraft, laut der Einwohner der EU Unternehmen gegenüber Rechte bezüglich der Verarbeitung persönlicher Daten geltend machen können. Dazu gehört auch eine Auskunfstspflicht und die Pflicht der Unternehmen, auf Antrag bestimmte Daten zu löschen.

Ich habe heute einen Brief an den Datenschutzbeauftragten (Data Protection Officer, DPO) in der Europazentrale von Facebook in Irland gesendet, um umfassende Auskunft darüber zu bekommen, was Facebook über mich weiß. Ich fand es enttäuschend, trotz intensiver Suche auf den Facebook-Seiten nirgends eine E-Mail-Adresse des DPO zu finden. So habe ich den Antrag auf Auskunft gemäß Artikel 15 DSGVO eben mit der Post verschickt – natürlich per Einschreiben.

Das Schreiben (Original in Englisch) findet ihr unten.

Ich werde euch über den weiteren Fortgang der Ausübung meiner in der DSGVO verbrieften Rechte auf dem Laufenden halten!

An:
Facebook Ireland Ltd.
–Data Protection Officer–
4 Grand Canal Square
Grand Canal Harbour
Dublin 2 Ireland

Antrag auf Auskunft gemäß Art. 15 DSGVO

München, 25. Mai 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

als EU-Bürger mit Wohnsitz in der EU bitte ich Sie, mir alle Daten zur Verfügung zu stellen, die Ihr Unternehmen (einschließlich aller verbundenen Unternehmen) über mich gesammelt hat – inklusive aller Daten, die Ihrem Unternehmen von Dritten zur Verfügung gestellt wurden und die Ihr Unternehmen mit Tracking-Skripten oder anderer Software auf Websites oder in Apps anderer Anbieter gesammelt hat. Mich interessieren auch alle pseudonymisierten Daten, die irgendeine Art Online-Identifikator (online identifier) enthalten. Bitte senden Sie mir alle auf Ihren Servern gespeicherten „Rohdaten“ (inklusive aller URLs, Identifikatoren, Zeitstempel und Verhaltensdaten) unverändert und vollständig zu.

Außerdem interessiert mich, was Ihr Unternehmen aus diesen Daten ermittelt. Bitte senden Sie mir die Endprodukte der Verarbeitung der oben genannten Daten zu, einschließlich aller Informationen über den Zweck und die Kategorisierung der verarbeiteten Daten. Bitte senden Sie mir auch Informationen über das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling und aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik zu.

Bitte teilen Sie mir mit, in welchem Land die oben genannten Daten von Ihrem Unternehmen gespeichert und verarbeitet werden. Ich bitte zudem um Auskunft, ob Ihr Unternehmen die oben genannten Daten in einer Weise speichert, die es ermöglicht, die Daten über meine Internet-, Shopping-, Reise- und andere Aktivitäten auf und außerhalb von Facebook (z.B. durch Verwendung von Identifikatoren, Fingerprinting, sitzungsbasierten oder anderen Technologien) meinem Facebook-, WhatsApp- und Instagram-Konto zuzuordnen oder anderen von Ihrem Unternehmen verwendeten Formen der Identifizierung. Teilen Sie mir in diesem Zusammenhang bitte auch mit, ob und wie Ihr Unternehmen diesen Konten oder Identitäten zugeordnete Daten kombiniert.

Ich fordere ferner Informationen darüber an, ob und wie Ihr Unternehmen Technologien einsetzt oder eingesetzt hat, um Daten zu deanonymisieren, die Online-Identifikatoren zugeordnet sind, so dass sie mir zugeordnet werden könnten oder mich als einen bestimmten Benutzer oder eine konkrete Person identifizieren.

Ich bitte Sie zudem um Auskunft darüber, ob Ihr Unternehmen Daten über meine Online-Identitäten bei nicht von Ihrem Unternehmen betriebenen Diensten (z.B. mein Google-, Twitter-, Amazon- oder E-Mail-Konto) speichert und verarbeitet. Mich interessiert ggf. auch der Zweck dieser Datenverarbeitung.

Sammelt oder sammelte von Ihrem Unternehmen eingesetzte Software (z.B. APIs oder Tracking-Skripte) Daten über den Inhalt von Websites oder Anwendungen, die nicht von Ihrem Unternehmen betrieben werden? Falls ja, werden diese Daten zusammen mit irgendeiner Art Online-Identifikator gespeichert? Sammelt oder sammelte die Software Ihres Unternehmens (z.B. APIs oder Tracking-Skripte) Daten über das Verhalten eines Internetnutzers (z.B. Klicks, Scrollvorgänge) und/oder die Eingaben eines Internetnutzers auf Websites oder in Apps (z.B. beim Eintragen persönlicher Informationen in ein Webformular) zusammen mit irgendwelchen Online-Identifikatoren? Sollte dies der Fall sein, beantrage ich Zugang zu diesen Informationen gemäß Art. 15 DSGVO.

Informationen zu meinen Konten bei Ihrem Unternehmen
Facebook: https://www.facebook.com/[Kontoname]
Instagram: [Kontoname]
WhatsApp: [Mobilfunknummer]
Als Identitätsnachweis habe ich eine Kopie meines Ausweises beigelegt.

Leider habe ich keine Kontaktinformationen gefunden, um diesen Antrag auf elektronischem Wege zu stellen (was, nebenbei bemerkt, nicht sehr vebraucherfreundlich ist). Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir die angeforderten Informationen und Antworten auf meine Fragen in elektronischer Form zukommen ließen, sei es durch eine sichere Downloadmöglichkeit (bevorzugt) oder in Form eines physischen Datenträgers. Meine E-Mail-Adresse lautet [name@domain]. Teilen Sie mir bitte mit, wie ich Ihren Datenschutzbeauftragten für die weitere Kommunikation auf elektronischem Wege kontaktieren kann.

Zusätzlich zu meinem Antrag auf Auskunft gemäß Art. 15 DSGVO beantworten Sie mir bitte folgende Fragen:

Haben irgendwelche Dritte (unbeabsichtigt oder absichtlich) Zugriff auf personenbezogene Daten (einschließlich pseudonymisierter Daten in Verbindung mit irgendwelchen Identifikatoren) erhalten, die Ihr Unternehmen über mich oder mein Verhalten gesammelt hat?

Welche anderen Online-Identifikatoren außer der Konto-ID speichert und verarbeitet Ihr Unternehmen und zu welchem Zweck?

Wie kann ich die oben genannten Daten korrigieren, löschen oder übertragen?

Wie kann ich einer weiteren Datenerhebung durch Ihr Unternehmen widersprechen, wenn ich Websites oder Apps nutze, die nicht von Ihrem Unternehmen betrieben werden?

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Konrad


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EU-Anhörung: Zuckerberg bleibt Antwort zu Schattenprofilen schuldig

EU-Anhörung: Zuckerberg bleibt Antwort zu Schattenprofilen schuldig

Wie schon vor dem US-Kongress wich der Facebook-CEO der wichtigsten Frage aus, ob Facebook auch Daten über Nicht-Mitglieder erfasst und speichert. Stattdessen schob er erneut Sicherheitsgründe vor.

Björn Greif
Redakteur

Die gestrige Anhörung Mark Zuckerbergs vor den Fraktionsvorsitzenden und ausgewählten Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Brüssel sollte eigentlich Aufschluss darüber geben, wie Facebook mit vertraulichen Daten umgeht. Und die Fragen der EU-Abgeordneten waren tatsächlich deutlich pointierter und schärfer formuliert als die ihrer Kollegen im US-Kongress vor einigen Wochen. Doch aufgrund eines ungeeigneten Formats, bei dem die Abgeordneten zunächst nacheinander alle ihre Fragen vortrugen, auf die Zuckerberg am Ende antworten sollte, konnte der Facebook-CEO unbequeme Fragen weitestgehend umschiffen.

Am Ende blieb er wieder einmal eine klare Antwort auf die wichtigste Frage schuldig: ob Facebook Daten über Nutzer außerhalb seiner Plattform sammelt und speichert, woraus zwangsläufig Schattenprofile von Nicht-Mitgliedern entstehen würden.

Zuckerberg schiebt erneut Sicherheitsgründe vor

Erst auf mehrmalige Nachfrage von Syed Kamall, Co-Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer, machte sich Zuckerberg überhaupt daran, die ihm sichtlich unangenehme Frage nach Schattenprofilen zu beantworten. Es blieb bei Ausflüchten: Zunächst erklärte er, dass Nutzer die von Apps und Websites an Facebook übermittelten Daten künftig mittels der kürzlich angekündigten Clear-History-Funktion löschen könnten. Für die Tracking-gestützte Datenerfassung außerhalb der Facebook-Plattform führte er wie schon vor dem US-Kongress Sicherheitsgründe an.

Als Kamall nochmals nachhakte, wie Nicht-Facebook-Mitglieder diese Datensammlung verhindern können, wiederholte Zuckerberg nur knapp: „Aus Sicherheitsgründen halten wir es für wichtig, diese Daten zu behalten, um unsere Community-Mitglieder zu schützen.“ Anschließend wechselte er schnell das Thema, was ihm die Abgeordneten aus Zeitgründen durchgehen ließen.

Klarer Verstoß gegen die DSGVO

„Sein Versuch, die Überwachung des Surfverhaltens aller Internetnutzer mit Sicherheitsaspekten zu begründen ist mehr als beunruhigend und zeigt, dass er das Konzept Privatsphäre einfach nicht versteht“, sagt Cliqz-Gründer Jean-Paul Schmetz. „Wir würden es als Gesellschaft unseren Sicherheitsbehörden niemals erlauben, das Surfverhalten aller Bürgerinnen und Bürger auszuspähen. Warum sollten wir es also Facebook erlauben?“

Um Bots oder betrügerische Anmeldeversuche zu erkennen, ist das Tracking außerhalb Facebooks wahrscheinlich hilfreich, aber absolut nicht notwendig. Ein Unternehmen wie Facebook kennt sicherlich weniger invasive Methoden zur Absicherung seiner Plattform, die nicht in diesem Maße auf Kosten der Privatsphäre aller Internetnutzer gehen.

Zuckerberg behauptete in der Anhörung außerdem, dass Facebook rechtzeitig zum 25. Mai vollständig mit der neuen DSGVO konform sei. Fakt ist jedoch, dass ausschließlich Nutzer mit einem Facebook-Konto die Daten über sich einsehen oder löschen können. Wer nie ein Facebook-Konto eröffnet hat und keinen seiner Dienste nutzt, wird von Facebook getrackt, ohne dem jemals zugestimmt zu haben. Dies ist ein klarer Verstoß gegen die DSGVO und eine Missachtung des Rechts auf Privatsphäre.

Massive Kritik am Anhörungsformat

Direkt im Anschluss an die Anhörung kritisierten viele Teilnehmer das Format der Befragung: „Leider war das Format eine ‚Komme aus dem Gefängnis frei‘-Karte und ließ Herrn Zuckerberg zu viel Raum, den schwierigen Fragen auszuweichen“, schrieb Syed Kamall auf Twitter.

Sein Kollege Guy Verhofstadt, Vorsitzender der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten in Europa (ALDE), der Zuckerberg unter anderem nach einer angemessenen Entschädigung für Nutzer als Gegenleistung für die zu Werbezwecken gesammelten Daten gefragt hatte, äußerte sich ähnlich: „Das heutige Format war ungeeignet und stellte sicher, das Zuckerberg unseren Fragen ausweichen konnte. Ich hoffe, dass schriftliche Antworten von Facebook folgen werden. Werden diese [Fragen] nicht im Detail beantwortet, müssen die EU-Wettbewerbsbehörden aktiv und die Rechtsvorschriften verschärft werden.“

Bleibt zu hoffen, dass die angekündigten schriftlichen Antworten auf die vielen offen gebliebenen Fragen endlich die Transparenz schaffen, die Zuckerberg nicht müde wird zu versprechen. Wir bleiben dran!


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Offener Brief an die EU-Parlamentarier: Die wichtigste Frage an Mark Zuckerberg

Offener Brief an die EU-Parlamentarier: Die wichtigste Frage an Mark Zuckerberg

Cliqz schlägt den Abgeordneten vor, den Facebook-CEO direkt zu Schattenprofilen und Off-Facebook-Surfdaten von Nicht-Facebook-Nutzern zu befragen.

Björn Greif
Redakteur

Drei Tage vor dem Inkrafttreten der DSGVO wird Facebook in Person von CEO Mark Zuckerberg in Brüssel Rede und Antwort stehen zu dem zuletzt stark in die Kritik geratenen Umgang mit vertraulichen Daten. Am Dienstag, den 22. Mai, findet ein geschlossenes Treffen mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) und den Fraktionsvorsitzenden des EU-Parlaments statt.

Update 22. Mai 2018: Anders als zunächst geplant wird die Anhörung nun doch öffentlich sein. Interessierte können sie per Livestream auf der Website des Europäischen Parlaments mitverfolgen. Die Übertragung beginnt um 18:20 Uhr.

Cliqz fordert die Parlamentarier in einem offenen Brief auf, sich nicht wie ihre US-Kollegen mit Ausflüchten abspeisen zu lassen und die für die Privatsphäre aller Internetnutzer wichtigste Frage zu stellen: Speichert Facebook Schattenprofile?

Hier der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Präsident des Europäischen Parlaments,
Sehr geehrte Mitglieder der Konferenz der Präsidenten,
Sehr geehrte Mitglieder des Europäischen Parlaments,
Sehr geehrte Mitglieder des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres,

Vor einigen Wochen haben die Mitglieder des US-Kongresses Mark Zuckerberg davonkommen lassen, als er sich bei der Beantwortung der wichtigsten Fragen zur Privatsphäre aller Internetnutzer unwissend stellte: Legt Facebook „Schattenprofile“ an, d.h. Profile von Nicht-Mitgliedern, und sammelt Facebook Daten über Nutzer außerhalb seiner Plattform? Wir sind zuversichtlich, dass unsere Vertreter hartnäckiger sein werden, um eine klare Antwort zu erhalten.

Da die parlamentarische Anhörung nicht öffentlich sein wird, um die Privatsphäre von Herrn Zuckerberg zu schützen, möchten wir vorschlagen, ihm einige Kernfragen zu unserer und zu Ihrer Privatsphäre zu stellen:

Herr Zuckerberg, Datenwissenschaftler von Cliqz haben festgestellt, dass Facebooks Tracking-Skripte auf rund einem Drittel aller Webseiten das Surfverhalten von Nutzern zusammen mit eindeutigen Identifikatoren erfassen. Während das Datenleck im Zusammenhang mit Cambridge Analytica „nur“ 2,7 Millionen EU-Bürger betraf, betrifft die Off-Facebook-Datenerfassung jeden einzelnen Internetnutzer weltweit – unabhängig davon, ob er Mitglied bei Facebook ist oder nicht.

Warum sammeln Sie diese Daten? Und speichern Sie diese Daten?

Sie haben vor einigen Wochen angekündigt, dass Sie Facebook-Mitgliedern ermöglichen werden, diese Daten zu löschen (was bedeutet, dass sie diese Daten speichern). Wann werden die von Ihnen gesammelten und gespeicherten Daten einsehbar? Wie viele Monate des Surfverlaufs haben Sie gespeichert? Werden Nicht-Mitglieder ebenfalls die Möglichkeit erhalten, die Daten einzusehen und vernichten zu lassen?

Wo genau in Ihren bisherigen Datenschutzrichtlinien haben Sie Ihren Nutzern mitgeteilt, dass Sie diese Daten sammeln und speichern? Haben Sie in Vorbereitung auf die DSGVO die Zustimmung Ihrer Nutzer zu dieser Art der Datensammlung eingeholt?

Sehr geehrte Mitglieder des Parlaments, gestatten Sie Herrn Zuckerberg nicht, bei diesen wichtigen Fragen erneut so zu tun, als wüsste er von nichts, wie er es vor dem US-Kongress getan hat. Selbst wenn er zu diesem Zeitpunkt nichts gewusst haben sollte, weiß er jetzt Bescheid, wie seine Ankündigung vor einigen Wochen verdeutlichte. Bitte bestehen Sie auf eine klare Antwort zum Umfang des Trackings von Nutzern und Nicht-Nutzern außerhalb der Facebook-Plattform. Sie können ihn mit einer einfachen, eindeutigen Frage festnageln: Herr Zuckerberg, speichern Sie Off-Facebook-Surfdaten von Nicht-Facebook-Nutzern?

Wir für unseren Teil erstellen Tools, um Facebook und andere daran zu hindern, Schattenprofile von Internetnutzern anzulegen. Wir sind ein von Burda und Mozilla finanziertes deutsches Start-up, das Browser-, Such- und Datenschutztechnologien entwickelt. Unsere Browser der Marken Cliqz und Ghostery machen die versteckte Massenüberwachung mittels Tracking-Skripten für jedermann sichtbar.

Gerne zeigen unsere Datenwissenschaftler Ihnen, sehr geehrte Abgeordnete, einige Beispiele dafür, wie gefährlich eine Tracking-basierte Datensammlung ist.

Bitte erlauben Sie den mächtigen Plattformen dieser Welt nicht, die Privatsphäre Ihrer Bürger zu zerstören. Als stolze EU-Bürger zählen wir auf Sie!

Hochachtungsvoll,
das Cliqz-Team

Marc Al-Hames
Geschäftsführer Cliqz GmbH

Jean-Paul Schmetz
Gründer Cliqz GmbH


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Offener Brief an Mark Zuckerberg: "Hören Sie auf zu lügen!"

Offener Brief an Mark Zuckerberg: “Hören Sie auf zu lügen!”

Der Facebook-CEO weiß angeblich nichts über Schattenprofile. Wir bei Cliqz halten das für wenig glaubhaft und fordern ihn in einem offenen Brief auf, Nutzer und ihre Privatsphäre zu respektieren.

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Björn Greif
Redakteur

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress behauptet, er wisse nicht über Schattenprofile Bescheid. Mit dieser offensichtlichen Lüge konfrontiert ihn nun Cliqz in einem offenen Brief, der heute in deutschen und europäischen Leitmedien erschienen ist:

LIEBER MARK ZUCKERBERG,

die Abgeordneten haben sich bei Ihrer Befragung im amerikanischen Kongress blamiert. Es war ein bisschen so, als würde man seinen Eltern bei einem modernen Tanz zusehen. Die Damen und Herren gaben sich hier und da etwas hölzern, manches war ein bisschen peinlich und am Ende hatte die ganze Veranstaltung sogar was Drolliges. Kurzum, Sie hatten die Lacher schnell auf Ihrer Seite.

Bei näherem Hinsehen muss allerdings jedem Internetnutzer das Lachen wirklich vergehen. Schließlich haben Sie nicht irgendeinen guten Witz gemacht, sondern vor der Weltöffentlichkeit dreist gelogen. Sie haben vorgegeben, nichts darüber zu wissen, dass Facebook uns alle überwacht, unabhängig davon, ob wir Mitglied bei Facebook sind oder nicht. Dabei ist genau das Teil Ihres Geschäftsmodells. Schon nicht mehr so lustig.

Doch blicken wir jetzt nach vorn. Denn das wollen Sie ja auch, wie Sie es in den Medien proklamiert haben. Sie haben jetzt die Chance, nachzubessern. Stehen Sie zu Ihrem Wort, beweisen Sie, dass Sie den öffentlich dargestellten Wandel Ihrer Firma jetzt auch wirklich ernst meinen. Respektieren Sie Ihre User. Respektieren Sie unser aller Privatsphäre.

UND WENN SIE NICHT WISSEN, WIE DAS GEHT, FRAGEN SIE UNS. WIR KÖNNEN DAS JETZT SCHON.

Dr.-Ing. Marc Al-Hames
Geschäftsführer Cliqz GmbH

Jean-Paul Schmetz
Geschäftsführer Cliqz GmbH

Zuckerbergs Aussagen sind wenig glaubhaft

Mit dem Cambridge-Analytica-Skandal geriet Facebook als ein Akteur der sonst im Verborgenen agierenden Überwachungsökonomie ins Licht der Öffentlichkeit. Nutzer der großen Internetplattformen sehen auf den ersten Blick nur ein Soziales Netz, eine Suchmaschine, einen Kartendienst, ein Videoportal. Im Hintergrund aber werden Daten gesammelt und zu Geld gemacht. Es war längst überfällig, dass die Datensammelpraxis von Facebook – stellvertretend für alle großen werbefinanzierten Internetgiganten – auf den Prüfstand kommt.

Bei der Kongressanhörung vom Abgeordneten Ben Lujan auf „shadow profiles“ angesprochen, sagte Zuckerberg: „I’m not familiar with that.“ (“Davon weiß ich nichts.”) Mit Schattenprofilen sind die Daten gemeint, die Facebook mittels Tracking auch über jene Internetnutzer sammelt und speichert, die nie Mitglied bei Facebook waren oder das Netzwerk bewusst verlassen haben. Der Gründer des Sozialen Netzwerks will nichts über diese Praxis wissen? Wenig glaubhaft!

Natürlich weiß Zuckerberg sehr genau, dass Facebooks Tracking-Skripte auf Tausenden Internetseiten eingebunden sind. Facebook sieht mit ihrer Hilfe sogar, was wir alle außerhalb seiner Plattform online tun. Diese Daten sind ein ganz wesentlicher Teil seines Geschäftsmodells. Sie verraten viel darüber, was wir kaufen wollen oder wohin wir reisen – ideal für Targeting zu Marketingzwecken.

Knapp ein Drittel des weltweiten Internetverkehrs wird von Facebook-Trackern überwacht, wie eine Studie von Cliqz und Ghostery zeigt. Die Auswertung von „nur“ einem Drittel aller von uns besuchten Websites reicht völlig aus, um mehr über uns zu wissen als unsere nächsten Verwandten: ob wir Schulden haben, an einer schweren Krankheit leiden, unseren Partner betrügen, einen neuen Job suchen, welche politischen Einstellungen und welche sexuellen Vorlieben wir haben – unser Internetverlauf verrät es.

So geht Datenschutz!

Cliqz respektiert und schützt deine Privatsphäre. Die in unsere Browser-Produkte der Marken Cliqz und Ghostery integrierte Anti-Tracking-Technologie verhindert zuverlässig, dass Tracker dich quer durchs Netz verfolgen. Tracking-Skripte werden entweder von vornherein blockiert oder die von ihnen angefragten personenbezogenen Daten vor der Übertragung durch generische Platzhalter ersetzt. Mit dieser Kombination aus Blocklist-basiertem Anti-Tracking und der Entfernung von Nutzerkennungen (User Identifier) mithilfe Künstlicher Intelligenz ist Cliqz Innovationsführer.

Zudem speichert Cliqz auf seinen Servern lediglich streng anonyme, rein statistische Daten ohne jeglichen Bezug auf einzelne Nutzer. Das garantiert unsere TÜV-zertifizierte Privacy-by-Design-Architektur. Die anonymen statistischen Daten bilden beispielsweise die Grundlage unseres eigenständigen Web-Index, den unsere selbstentwickelte, in den Cliqz Browser integrierte Schnellsuchmaschine nutzt. Dennoch ist Cliqz in der Lage, Services zu individualisieren. Alle auf einzelne Nutzer bezogene Daten bleiben dabei jedoch immer auf dem Endgerät, im Besitz und unter der Kontrolle der Nutzer. Diese Client-seitige Datenverarbeitung ist das Gegenmodell zur Speicherung von Profilen auf Servern in irgendwelchen Datenzentren.

Auch das Geschäftsmodell von Cliqz namens MyOffrz folgt dem Prinzip „der Browser weiß alles, wir wissen nichts“: Die Cliqz-Nutzer sehen attraktive Angebote auf der Grundlage ihrer Webseiten-Besuche und Sucheingaben. Der Abgleich von Interessen und Angeboten erfolgt ausschließlich im Browser lokal auf dem Gerät, keinerlei auf individuelle Nutzer bezogene Daten erreichen die Cliqz-Server. Diese neuartige, von uns entwickelte Technologie namens Browser-based Performance Marketing ist ein Proof of Concept für ein konsequent datenschutzfreundliches Geschäftsmodell der Zukunft. Sie beweist, dass zum Aufbau eines werbebasierten Geschäftsmodells keine Profile auf Servern gespeichert werden müssen.

Und das sollen uns Facebook und Co erst einmal nachmachen!


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Cliqz gibt Anti-Tracking-Tool Ghostery als Open Source frei

Cliqz gibt Anti-Tracking-Tool Ghostery als Open Source frei

Du kannst den Softwarecode der Browsererweiterungen jetzt auf GitHub einsehen und mitgestalten. Mit dem Schritt tragen Cliqz und Ghostery zu größtmöglicher Transparenz und einem offenen Internet bei.

Björn Greif
Redakteur

Gut ein Jahr nach der Übernahme durch Cliqz wird das Anti-Tracking-Tool Ghostery Open Source. Wie schon der komplette Client-seitige Softwarecode von Cliqz ist ab sofort auch der Quellcode der Ghostery-Browsererweiterungen für jedermann auf GitHub frei einsehbar. Damit bieten Cliqz und Ghostery größtmögliche Transparenz.

Durch Einblick in den Softwarecode kannst du dich jetzt einfach selbst darüber informieren, wie Ghostery funktioniert und welche Daten gesammelt werden. Zudem erhält die weltweite Entwickler-Community sowie die überaus engagierte Nutzergemeinschaft von Ghostery die Möglichkeit, künftig direkt zur Weiterentwicklung der Software und damit zu einem sauberen, schnellen und sicheren Internet beizutragen.

Transparenz durch Open Source

„Transparenz und Privatsphäre gehören zusammen. Wer den Nutzern wirklich die Kontrolle über ihre Daten geben möchte, muss sie informieren. Nur wenn wir wissen, welche Daten digitale Produkte übermitteln, können wir souveräne Entscheidungen treffen“, sagt Jeremy Tillman, Director of Product bei Ghostery:

Mit unserer Software kann jedermann sehen, auf welchen Websites er von wem getrackt wird. So schaffen wir Transparenz in der undurchschaubaren Welt der kommerziellen Online-Überwachung. Wir wollen unseren Nutzern gegenüber so offen wie möglich sein und veröffentlichen, wie schon zuvor unsere Muttergesellschaft Cliqz, unseren Softwarecode. Open Source ist für uns der Weg hin zu größtmöglicher Transparenz.

Schon heute trägt ein Großteil der engagierten Ghostery-Nutzer freiwillig zu den Statistiken bei, mit denen Ghostery und Cliqz neue Tracker entdecken, Licht in die Schattenwelt der Online-Überwachung bringen und die Relevanz sowie Sicherheit von Websites bewerten. Die technische Grundlage für das Teilen dieser Daten ist das Human Web, eine von Cliqz entwickelte Open-Source-Datenarchitektur, die mittels ausgeklügelter Anonymisierungs- und Verschlüsselungstechnologien die Privatsphäre der Human-Web-Teilnehmer garantiert.

Ghostery steht als Erweiterung für alle gängigen Browser – einschließlich Cliqz – sowie als mobile App für Android und iOS zum kostenlosen Download bereit. Den Ghostery-Softwarecode findest du hier: https://github.com/ghostery/ghostery-extension.


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Chrome-Werbeblocker

Chrome-Werbeblocker stärkt Googles datengetriebene Werbeplattformen

Chrome-Werbeblocker stärkt Googles datengetriebene Werbeplattformen

Der Google-Browser blockiert jetzt von Haus aus bestimmte Anzeigenformate. Google will dadurch in erster Linie aber nicht das Surferlebnis verbessern, sondern Publisher zum Umstieg auf seine datengetriebenen Werbeplattformen drängen, um seine führende Marktposition weiter auszubauen.

Chrome-Werbeblocker

Björn Greif
Redakteur

Google hat den in seinen Chrome-Browser integrierten Werbeblocker scharf geschaltet, den es im Juni 2017 angekündigt hatte. Allerdings blockiert dieser nicht alle Anzeigen, sondern nur solche, die nicht den Standards der von Google selbst mit ins Leben gerufenen Coalition for Better Ads entsprechen. Dazu zählen etwa Pop-up-Werbung, Vollbildanzeigen, automatisch startende Videowerbung mit Ton sowie blinkende, animierte Anzeigen.

Aus Verbrauchersicht sind weniger aufdringliche Anzeigenformate natürlich wünschenswert. Googles Ansatz geht also grundsätzlich in die richtige Richtung. Aus Datenschutzsicht sind die „Better Ads“ aber nicht weniger aggressiv als bisherige Werbeformen. Zwar wirken zielgerichtete Anzeigen, die auf einem detaillierten Profil des Nutzers basieren, auf den ersten Blick dezenter. Tatsächlich ersetzen sie jedoch nur aggressive Visualisierungen durch gezielte Manipulation.

Solche aufdringlichen Anzeigenformate blockiert Chrome künftig automatisch (Bild: Coalition for Better Ads).
Solche aufdringlichen Anzeigenformate blockiert Chrome künftig automatisch (Bild: Coalition for Better Ads).

Google zwingt Webseiten seine Werbestandards auf

Website-Betreiber werden künftig über Verstöße gegen die Standards der Coalition for Better Ads informiert. Sie haben dann 30 Tage lang Zeit, Änderungen vorzunehmen und ihre Website zur erneuten Überprüfung einzureichen. Wurden die Verstöße nicht innerhalb dieser Frist behoben, entfernt Chrome die fraglichen Anzeigen von der Website. Auf diese Weise zwingt Google letztlich das gesamte Ökosystem, auf datengetriebene Werbung umzusteigen. In diesem Wachstumsmarkt hat der Internetriese nur sehr wenig Konkurrenz. Und er tut alles dafür, dass das auch so bleibt und er seine führende Marktposition behaupten bzw. weiter ausbauen kann.

„Hinsichtlich Googles Motivation für den Werbeblocker geht es weniger darum, das Surferlebnis für die Nutzer zu verbessern, sondern vielmehr darum, Publisher und Werbetreibende zu Anzeigenstandards zu zwingen, die Google zugutekommen“, sagt Jeremy Tillman, Director of Product bei Ghostery. „Mit der Drohung, alle Anzeigen auf Websites zu blockieren, die nicht den Standards entsprechen, will Google mehr Publisher zum Umstieg auf seine Werbeplattformen bewegen, die auf einer tiefgreifenden und umfassenden Datenerhebung beruhen.“

Aus diesem Grund wird Google niemals aufhören, so viele Daten wie möglich über jeden einzelnen Nutzer zu sammeln – erst recht nicht, wenn sie im aufstrebenden Markt für datengetriebene Werbung immer wertvoller werden.

Internetnutzer können Google kaum entkommen

Google sammelt nicht nur mithilfe seiner eigenen Produkte massenhaft Nutzerdaten, die für den Werbemarkt relevant sind. Laut einer Studie von Cliqz und Ghostery ist der Internetkonzern auch der weltweit größte Betreiber von Drittanbieter-Trackern, die Nutzer über verschiedene Websites hinweg quer durchs Internet verfolgen. Googles eigene Seiten nicht mitgezählt, ist auf 6 von 10 aufgerufenen Webseiten mindestens ein Google-Tracker aktiv. Selbst wenn du nie eines seiner Produkte verwendet hast, weiß Google dennoch über dich und deine Surfgewohnheiten genau Bescheid.

Tracker Top 5

Daher sollten Nutzer, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, weiterhin eigenständige Werbeblocker oder Anti-Tracking-Tools wie Ghostery, Adblock Plus, Privacy Badger, uBlock origin oder den Cliqz Browser verwenden. Nur so können sie sicher sein, dass ihre Privatsphäre geschützt ist. Zusätzlich profitieren sie beim Einsatz solcher Tools davon, dass Websites weniger mit Anzeigen zugemüllt sind und durch das Blockieren unnötiger Tracking-Skripte deutlich schneller laden.


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(Screenshot: BSI)

Meltdown und Spectre: Vorsicht vor gefälschten BSI-Mails!

Meltdown und Spectre: Vorsicht vor gefälschten BSI-Mails!

Die im Namen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik versendeten Spam-Mails fordern Nutzer auf, ein Sicherheitsupdate herunterzuladen, das angeblich die Prozessor-Lücken schließt. Tatsächlich handelt es sich aber um Schadsoftware.

(Screenshot: BSI)
(Screenshot: BSI)

Björn Greif
Redakteur

Betrüger versuchen derzeit die allgemeine Unsicherheit rund um die kürzlich bekannt gewordenen Prozessor-Schwachstellen Meltdown und Spectre auszunutzen. Sie versenden im Namen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Spam-Mails, die Nutzer dazu auffordern, ein Sicherheitsupdate durchzuführen, das die Lücken angeblich schließt. Der Download des vermeintlichen Sicherheitsupdates resultiert jedoch in einer Schadsoftware-Infektion des Rechners oder Smartphones, wie das BSI warnt.

Die Behörde betont, dass sie nicht der Absender der E-Mails sei. Die Nachrichten enthalten einen Link, der zu einer gefälschten Webseite führt, die der Bürger-Webseite des BSI zum Verwechseln ähnlich sieht (Screenshot siehe oben). Sie verfügt sogar über ein gültiges Sicherheitszertifikat, sodass in den meisten Browsern beim Aufruf der Seite ein grünes Schlosssymbol in der Adressleiste erscheint, das auf eine sichere Verbindung hinweist. Einzig der auf .bid endende Domainname dürfte aufmerksame Nutzer stutzig machen.

Auf den ersten Blick sieht die gefälschte BSI-Mail echt aus. Auffällig ist nur der Absender „admin@moneycomputing.com“.
Auf den ersten Blick sieht die gefälschte BSI-Mail echt aus. Auffällig ist nur der Absender „admin@moneycomputing.com“.

Empfänger solcher E-Mails sollten nicht auf enthaltene Links klicken oder gegebenenfalls angehängte Dokumente öffnen, sondern die Nachricht umgehend löschen. Nutzer, die die gefälschte Website aufgerufen haben, sollten keinesfalls das dort verlinkte Sicherheitsupdate (Intel-AMD-SecurityPatch-11-01bsi.zip) herunterladen. Das ZIP-Archiv enthält laut Sicherheitsexperten von Malwarebytes die Datei Intel-AMD-SecurityPatch-10-1-v1.exe, bei deren Ausführung der Rechner infiziert und weitere Malware nachgeladen wird.

Legitime Updates zur Behebung der Sicherheitslücken Meltdown und Spectre werden von den jeweiligen Software- und Geräteherstellern zu Verfügung gestellt und grundsätzlich nicht per E-Mail verteilt. Auf seiner Bürger-Website hat das BSI Hintergrundinformationen und Handlungsempfehlung zu den Prozessor-Schwachstellen veröffentlicht.

Cliqz Browser warnt vor betrügerischen Webseiten

Nahezu alle heutigen Browser einschließlich Cliqz verfügen über einen integrierten Phishing-Schutz, der Nutzer vor möglichen Betrugsversuchen warnt. Wenn du eine Webseite besuchst, die als Fälschung identifiziert wurde, zeigt der Cliqz Browser einen Hinweis an und blockiert den Zugang zu der Seite. Dies ist auch bei der gefälschten BSI-Webseite der Fall.

Cliqz warnt Besucher vor der gefälschten BSI-Webseite.
Cliqz warnt Besucher vor der gefälschten BSI-Webseite.

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Betrugsversuche und Malware gibt es aber nicht, weshalb Nutzer immer Vorsicht walten lassen sollten. Denn der beste Schutz sind immer noch Wachsamkeit und ein gesundes Maß Skepsis. Darüber hinaus empfiehlt sich allgemein der Einsatz einer aktuellen Sicherheitssoftware, die wie Browser und Betriebssystem stets auf dem neuesten Stand gehalten werden sollte.


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