Cliqz bits: Wusstest du, dass Tracker deine Arzneimittelkäufe protokollieren?

Auf den Seiten mancher Online-Apotheken finden sich gleich Dutzende Drittanbieter-Tracker. Diese beobachten dich auch bei Recherchen zu Krankheiten auf Frageplattformen oder in Gesundheitsforen. Keine Sorge, mit Cliqz bist du geschützt.


Björn GreifRedakteur

Drittanbieter-Tracker finden sich nahezu auf jeder Website und verfolgen Seitenbesucher fast überall durchs Netz, häufig sogar über mehrere Domains hinweg. Sie protokollieren praktisch alles, was du im Internet tust. Sie wissen sogar, welche Medikamente du online kaufst oder über welche Krankheiten du dich informierst.

Manche Online-Apotheken sind mit Trackern geradezu verseucht. Beispielsweise entdeckte Cliqz bei einer Stichprobe auf der Website von Sanicare knapp 100 Drittanbieter-Tracker, darunter vor allem auf das Ausliefern von Werbung spezialisierte Unternehmen. Diese können genau nachverfolgen, welche Medikamente du gesucht hast.

Auf der Sanicare-Website fand Cliqz bei einer Stichprobe fast 100 Drittanbieter-Tracker.
Auf der Sanicare-Website fand Cliqz bei einer Stichprobe fast 100 Drittanbieter-Tracker.

Ist deine Online-Apotheke so diskret wie du es erwartest? Sieh selbst.

Schau doch einfach mal bei deiner bevorzugten Online-Apotheke nach, welche Tracker sich auf deren Website festgesetzt haben: Rufe dazu im Cliqz-Browser oder mit der Cliqz-Erweiterung für Firefox die Anbieter-Website auf und wirf einen Blick in den Anti-Tracking-Bereich des Control Centers (Q-Menü).

Viele Menschen suchen online auch nach Informationen und Ratschlägen zu bestimmten Medikamenten oder Krankheiten. Sie sollten sich stets bewusst sein, dass Tracker sie dabei ebenfalls verfolgen. Wer etwa auf gutefrage.net nach Informationen zu „Genitalherpes“ sucht, wird schnell mal von über 200 Trackern beobachtet. Das ist ungefähr so, als würden dich rund 200 Pharmavertreter bei deinem Arzt- oder Apothekenbesuch begleiten.

Bestimmte Informationen möchte man einfach nicht mit anderen teilen - erst recht nicht mit über 200 Trackern.
Bestimmte Informationen möchte man einfach nicht mit anderen teilen - erst recht nicht mit über 200 Trackern.

Selbst höchst vertrauliche Informationen landen in den Datenbanken der Tracker, und niemand kann mit Sicherheit sagen, was damit geschieht. Die Daten erlauben nicht nur Rückschlüsse auf deine Interessen und Kaufabsichten, sondern unter anderem auch auf deinen Gesundheitszustand. Denn schon wenige URLs aus deinem Surfverlauf reichen aus, um dich eindeutig zu identifizieren. Eine vermeintliche Anonymisierung ist leicht zu umgehen, sodass sich dir letztlich zutiefst private Informationen aus vorherigen Seitenbesuchen zuordnen lassen.