Fake News: So enttarnst du Falschmeldungen im Netz

Spätestens seit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl wird überall über sogenannte Fake News und das „postfaktische Zeitalter“ diskutiert. Wir geben Tipps, wie du Falschmeldungen ohne großen Aufwand entlarven kannst.

Björn GreifRedakteur

Zu kontroversen Personen oder Themen kursieren immer wieder Falschmeldungen im Netz, die teils aus Naivität, teils aber auch ganz bewusst tausendfach weiterverbreitet werden. Meist spielen sie mit den Ängsten und Befürchtungen der Menschen oder bestätigen ein bestimmtes Weltbild, um Stimmungsmache zu betreiben. Mit einer gesunden Portion Misstrauen und etwas Rechercheaufwand kannst du Fake News aber relativ leicht enttarnen.

Ein erster Hinweis auf Falschmeldungen ist eine überspitzte, häufig aus dem Zusammenhang gerissene, verkürzte Darstellung, die hauptsächlich die Emotionen des Lesers anspricht. Dazu gehören reißerische Überschriften und Behauptungen, die nicht von überprüfbaren Fakten oder seriösen Quellen gestützt werden. Wenn dir eine Meldung irgendwie unrealistisch erscheint, weil sie zu gut oder auch zu abstrus klingt, solltest du auf dein Bauchgefühl hören und sie auf ihre Echtheit überprüfen. Dazu sind oft nur wenige Schritte erforderlich:

1. Ursprung untersuchen
Oft hilft schon der einfache Blick auf die URL, unter der die Meldung veröffentlicht wurde. Stammt die Nachricht von einer völlig unbekannten Website, ist Vorsicht geboten. Manche Fake News Sites versuchen auch, die URL seriöser Nachrichtenseiten nachzuahmen, wobei sie nur eine andere Domainendung verwenden.

2. Blick ins Impressum
Ein weiteres Warnsignal sind ein nicht vorhandenes oder unvollständiges Impressum sowie Angaben, durch die der Seitenbetreiber Haftungsverpflichtungen umgehen will. Seriöse Satireseiten wie „Der Postillon“ weisen ausdrücklich darauf hin, dass die von ihnen verbreiteten Inhalte frei erfunden sind.

Laut Postillon sind seine Meldungen „dreist zusammengelogen“.
Laut Postillon sind seine Meldungen „dreist zusammengelogen“.

3. Inhalte gegenchecken
Um Falschmeldungen als solche zu entlarven, hilft auch der Einsatz einer Suchmaschine. Mit ihr lässt sich leicht feststellen, ob andere – seriöse – Nachrichtenquellen dasselbe berichten. Oder wurde besagte Meldung eventuell schon als Fake News enttarnt? Um dies herauszufinden, kannst du etwa nach den relevantesten Schlagworten der Meldung zusammen mit dem Zusatz „Fake“ suchen. Es gibt sogar spezielle Suchmaschinen wie Hoaxsearch.com oder Hoaxmap.org, mit denen sich gezielt nach Falschmeldungen suchen lässt.

4. Nach enthaltenen Zitaten suchen
Zitate sollen Meldungen häufig mehr Glaubwürdigkeit verleihen. Auch hier kannst du eine Suchmaschine bemühen, um ein angebliches Zitat auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Findet es sich nicht in gleicher oder ähnlicher Form bei anderen vertrauenswürdigen Medien, ist es höchst wahrscheinlich frei erfunden. Oft werden Zitate auch aus dem Zusammenhang gerissen oder verkürzt wiedergegeben, wodurch sie eine ganz andere Botschaft vermitteln.

5. Verlinkung prüfen
Fehlende oder zu allgemein gehaltene Links in einer Meldung sind ebenfalls ein Indiz dafür, dass es sich um eine Fake News handelt. Seriöse Seiten geben in der Regel eine oder mehrere konkrete Quelle an, etwa mit einem Link zu einem bestimmten Artikel und nicht einfach nur zur Homepage.

6. Umgekehrte Bilder- bzw. Videosuche
Die Autoren von Fake News zweckentfremden auch gerne Bilder und Videos aus anderen Meldungen. Durch einen neuen Begleittext ergibt sich schnell ein völlig anderer Zusammenhang. Ob Bilder oder Videos ursprünglich von einer anderen Seite stammen, lässt sich durch eine Rückwärtssuche herausfinden. Eine umgekehrte Bildersuche ist etwa via Google oder Yandex möglich. Zur Videorecherche bietet Amnesty International den YouTube Dataviewer an, der Metadaten von YouTube-Clips anzeigt.

Die Google Bildersuche ermöglicht auch eine Rückwärtssuche.

Generell solltest du im Zweifelsfall darauf verzichten, verdächtige Meldungen via Blogs, Facebook oder anderen sozialen Netzen weiterzuverbreiten. Zugleich empfiehlt es sich, Fake News etwa bei Facebook zu melden, damit diese entfernt oder entsprechend gekennzeichnet werden. Denn neben harmlosen Fake News mit satirischem Hintergrund gibt es auch Clickbait-Meldungen, die leichtgläubige Nutzer zum Beispiel auf Werbeseiten locken wollen, oder vorsätzliche Desinformation, die die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung lenken soll.

Bei Cliqz kannst du dir jedoch sicher sein, dass du auf der Cliqz-Tab-Seite keine Falschmeldungen angezeigt bekommst. Die mehrmals täglich aktualisierten „Top Nachrichten“, die du siehst, wenn du im Cliqz-Browser einen neuen Tab öffnest, sind von unserer Redaktion handverlesen und stammen aus seriösen Quellen. Die Auswahl orientiert sich teilweise an Trendthemen in sozialen Netzen wie Twitter. Wenn du bestimmte Nachrichtenseiten häufig besuchst, bekommst du vermehrt aktuelle Schlagzeilen genau dieser Portale zu sehen. Bewegst du den Mauszeiger auf die Überschrift, erscheint ein kurzer Anreißertext, ein Klick darauf bringt dich direkt zum vollständigen Artikel.