Roaminggebühren entfallen: Surfe mit Cliqz jetzt auch im Ausland zu Inlandspreisen

Provider dürfen keine Zusatzentgelte mehr für Telefonie, SMS-Versand und mobile Datennutzung im EU-Ausland erheben. Es gilt allerdings einige Punkte zu beachten.


Björn GreifRedakteur

Ab sofort kannst du innerhalb der Europäischen Union meist zu denselben Konditionen telefonieren und surfen wie im Inland. Denn Provider dürfen nun keine sogenannten Roaminggebühren mehr für Telefonie, SMS-Versand und mobilen Internetzugang im EU-Ausland verlangen. Allerdings steht es ihnen frei, die verfügbare Datenübertragungsmenge beim Roaming zu begrenzen. Von dieser Möglichkeit werden sie wahrscheinlich vor allem bei günstigen Tarifen mit hohem Datenvolumen Gebrauch machen. Daher solltest du vor Abreise im Kleingedruckten genau nachlesen oder direkt bei deinem Anbieter nachfragen, welche Sonderregelungen für deinen Tarif gelten. Dann kannst du Cliqz auch im Urlaub zum schnellen und sicheren Surfen nutzen, ohne dir Gedanken um hohe Zusatzkosten machen zu müssen.

Die meisten Mobilfunkprovider haben die zuvor erhobenen Roaminggebühren bei einigen Neuverträgen oder Vertragsverlängerungen schon lange vor der offiziellen Frist gestrichen. Teils gelten Inland-Flatrates auch im EU-Ausland, teils werden gegen Aufpreis zusätzlich Minuten- und Datenpakete für Auslandsreisen angeboten. Bei vielen aktualisierten Tarifen ist EU-weites Roaming inzwischen „inklusive“. Zugleich haben einige Anbieter aber auch an der Preisschraube gedreht, um die wegfallenden Roaming-Einnahmen zu kompensieren.

Fair-Use-Richtlinie soll vor Missbrauch schützen

Die jetzt nach mehreren Zwischenschritten erfolgte Abschaffung der Roaminggebühren geht auf eine Entscheidung des EU-Parlaments aus dem Jahr 2015 zurück. Der Kompromissvorschlag sieht zum Schutz für Mobilfunkanbieter vor Missbrauch des Roamings eine Fair-Use-Regelung vor. Sie soll beispielsweise verhindern, dass Kunden in einem anderen EU-Land einen Mobilfunkvertrag zu günstigeren Bedingungen abschließen und dauerhaft nutzen. Bei Verstößen gegen das Fair-Use-Prinzip können Provider nach 14-tägiger Warnfrist Zusatzgebühren von maximal 3,2 Cent pro Gesprächsminute und 1 Cent pro SMS erheben. Als angemessene Nutzung wird angesehen, wenn du mehr Zeit zu Hause verbringst als im Ausland bzw. dein Handy mehr zu Hause nutzt als im Ausland. In dem Fall stehen dir Roamingdienste innerhalb der EU zu Inlandskonditionen zur Verfügung.

Die neuen Roaming-Regeln greifen automatisch, ohne dass du selbst aktiv werden musst. Sie gelten in allen 28 EU-Staaten (bis zum Brexit auch in Großbritannien) sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Außerhalb der Europäischen Union, etwa in der Schweiz oder der Türkei, können je nach Tarif aber weiterhin Roaminggebühren anfallen. Willst du höhere Kosten vermeiden, solltest du dort die Datenverbindung sicherheitshalber deaktivieren. Auch Telefonate vom Heimatland ins Ausland werden von der neuen Regelung nicht tangiert und bleiben kostenpflichtig.

In den blau hinterlegten Ländern gilt das Roaming zu Inlandspreisen (Bild: iStock / bergserg).
In den blau hinterlegten Ländern gilt das Roaming zu Inlandspreisen (Bild: iStock).

Einschränkungen beachten

Generell ist es den Providern gestattet, vertragliche Nutzungsgrenzen beim Roaming festzulegen und Zusatzgebühren für die Datennutzung gemäß der Fair-Use-Regelung zu verlangen. Diese Aufschläge dürfen die festgelegte Preisobergrenze nicht überschreiten. Sie liegt zunächst bei 7,70 Euro pro Gigabyte zzgl. Mehrwertsteuer, soll aber in fünf Schritten bis auf 2,50 Euro ab 2022 sinken.

Um von Vornherein etwas Datenvolumen zu sparen, kannst du in den Browser-Einstellungen den in Cliqz integrierten Werbeblocker einschalten. Dann werden Anzeigen erst gar nicht geladen, was sich positiv auf den Datenverbrauch auswirkt.

Letztlich kann das von der EU propagierte „Roaming zu Inlandspreisen“ also doch mit ein paar Einschränkungen verbunden sein, über die du dich vor Reiseantritt informieren solltest. Die EU-Kommission hat eine leicht verständliche FAQ-Sammlung veröffentlicht, in der auch auf Sonderfälle wie Flug- oder Schiffsreisen und längere Auslandsaufenthalte eingegangen wird. Wenn du die aufgeführten Punkte beachtest, steht dem Surfvergnügen mit Cliqz auch im europäischen Ausland nichts mehr im Wege.