Stiftung Warentest: gleich zweimal „SEHR GUT“ für Cliqz!

Getestet wurden zehn Tracking-Blocker. Cliqz erhielt die Bestnote in den Kategorien "Handhabung für Normalnutzer" und "Optionen für Erfahrene".

(Bild: iStock / pialhovik)

Björn GreifRedakteur

Die Stiftung Warentest hat zehn Tracking-Blocker getestet, die vor Schnüffelprogrammen im Internet schützen. Nur zwei erhielten zweimal die Note „sehr gut“: Cliqz und uBlock Origin. Beide überzeugten die Tester mit einer „sehr leichten“ Handhabung für Normalnutzer und „erfreulich vielen“ Einstellungsoptionen für Erfahrene, wie in der Septemberausgabe des Magazins „Test“ nachzulesen ist. Allerdings unterscheiden sich Cliqz und uBlock Origin grundsätzlich in ihrer Funktionsweise.

Auf den meisten Websites verbergen sich Tracker, die Informationen über das Surfverhalten des Nutzers sammeln. Viele Tracker-Betreiber erstellen daraus Persönlichkeitsprofile. Je umfassender und genauer die Daten sind, desto besser können werbende Firmen ihre Anzeigen auf den einzelnen Nutzer zuschneiden. Gegen Werbung im Netz ist zwar wenig einzuwenden, da viele Gratisdienste ohne Werbeeinnahmen Nutzungsgebühren erheben oder dichtmachen müssten. Problematisch sind aber die Unmengen an Nutzerdaten, die für die Werbung erfasst werden.

Um der Datensammelei einzudämmen, verwendet uBlock Origin regelmäßig aktualisierte „schwarze Listen“, auf denen bekannte Tracker eingetragen sind. Erkennt es einen solchen auf einer Website, blockiert es dessen Anfragen vollständig. Das sorgt dafür, dass die Tracker-Betreiber keinerlei Daten mehr erhalten. Dieses Verfahren hat jedoch Nachteile: Einerseits können zu restriktive Blockregeln bestimmte Funktionen einer Website beeinträchtigen und sie letztlich unbenutzbar machen. Andererseits können definierte Ausnahmen zur Vermeidung von Website-Funktionsverlusten dazu führen, dass Tracker doch Zugriff auf einige Daten erhalten, anhand derer der Nutzer eindeutig identifizierbar ist. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Tracker-Betreiber ihre URLs, Domains und Methoden zur Umgehung von Sperren jederzeit ändern können und die Blocklist-Anbieter jedes Mal ihre Listen manuell anpassen müssen.

Cliqz stoppt Tracker ohne Website-Funktionen einzuschränken

Deshalb setzt das von Cliqz entwickelte Anti-Tracking im Gegensatz zu uBlock Origin und den meisten anderen Tracking-Blockern nicht auf kuratierte Sperrlisten, sondern verfolgt einen dynamischen Ansatz mit algorithmusbasierter Erkennung. Es ist dank einer Kombination aus lokaler und globaler Auswertung von Tracking-Daten in der Lage, Datenwerte in Anfragen herauszufiltern, die eine Identifizierung des Nutzers erlauben. Statt den Datenstrom und das Laden der Tracker direkt zu blockieren, überschreibt es die Werte mit zufälligen Informationen und sendet diese zurück an die Tracker.

Das Ergebnis ist dasselbe wie bei anderen Tracking-Blockern: Die Tracker-Betreiber können den Seitenbesucher nicht mehr identifizieren. Die Cliqz-Technik hat aber den entscheidenden Vorteil, dass sie seltener Website-Funktionen einschränkt und unabhängig von der eingesetzten Tracking-Methode. Sie schützt somit auch vor neuartigen Tracking-Verfahren oder gezielten Maßnahmen zum Umgehen von Anti-Tracking. Wie unser Tracking-Schutz im Detail funktioniert, können technisch Interessierte in einem Techblog-Artikel nachlesen. Unterm Strich ist die von Cliqz entwickelte Technik der von uBlock Origin deutlich überlegen.

Vergleich zwischen uBlock Origin und Cliqz (Bild: Cliqz)

Darüber hinaus bietet Cliqz laut Stiftung Warentest einen weiteren Vorteil: Die Datenschutzerklärung ist in verständlichem Deutsch formuliert. Für uBlock Origin liegt hingegen keine Datenschutzerklärung in deutscher Sprache vor.

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