Safer Internet Day: 10 Tipps für mehr Online-Sicherheit

Mit wenigen Schritten kannst du deine persönlichen Daten im Netz besser schützen. Wir erklären, worauf es ankommt.

(Grafik: klicksafe.de)

Björn GreifRedakteur

Nur rund jeder zweite Internetnutzer in Deutschland (56 Prozent) fühlt sich bei der privaten Nutzung des Internets sicher, was den Schutz persönlicher Daten vor dem Zugriff Unbefugter betrifft. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, welche die EU-Initiative klicksafe anlässlich des heutigen Safer Internet Day veröffentlicht hat.

Wir geben 10 wertvolle Tipps, wie du dich sicherer durchs Netz bewegst und deine privaten Daten besser schützt:

Du solltest dir immer gut überlegen, wem du deine persönlichen Daten anvertraust. Denn sie sind sowohl für Cyberkriminelle als auch für Werbetreibende sehr wertvoll. Achte daher darauf, wo du welche Daten eingibst. Setze zusätzlich Anti-Tracking-Tools wie Ghostery oder Cliqz ein, um sicherzustellen, dass beim Surfen keine personenbezogenen Daten von Dritten gesammelt werden.

Icon by Roundicons www.flaticon.comAchte immer darauf, nur sehr schwer zu knackende Passörter zu verwenden und niemals dasselbe Kennwort für mehrere Accounts zu nutzen. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz eines Passwortmanagers sowie von Zwei-Faktor-Authentifizierung, um deine Online-Konten abzusichern.

Sichere dein WLAN durch WPA2-Verschlüsselung ab. Verwende E-Mail- und Messaging-Dienste, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetzen. Achte beim Surfen und vor allem beim Shoppen im Netz auf eine gesicherte Verbindung, ehe du vertrauliche Daten eingibst. Diese kannst du an dem der Webadresse vorangestellten https:// erkennen sowie an dem grünen Schlosssymbol in der Adressleiste deines Browsers. Das vom Cliqz Browser unterstützte HTTPS Everywhere sorgt automatisch dafür, dass verschlüsselte Verbindungen zu Websites aufgebaut werden.

In unverschlüsselten WLAN-Netzen, etwa am Flughafen, im Café oder im Hotel, können Kriminelle Zugangsdaten ausspähen oder Schadsoftware auf dein Gerät installieren. Um dies auszuschließen, empfiehlt sich der Einsatz einer VPN-Lösung. Diese baut einen Tunnel auf, durch den die Daten verschlüsselt übertragen werden.

Bei der Einrichtung einer Software oder eines Online-Dienstes, solltest du zunächst einen Blick auf die Privatsphäre-Optionen werfen und bei Bedarf den Datenzugriff beschränken. Das gilt sowohl für Betriebssysteme wie Windows 10 als auch für Services wie Facebook. Hier kannst du etwa bestimmte Schnüffelfunktionen abschalten oder festlegen, dass nur ein gewisser Nutzerkreis Zugriff auf von dir eingestellte Inhalte erhält.

Klicke nie auf Links in sozialen Netzen, Chats oder E-Mails, wenn dir der Absender nicht bekannt ist oder irgendwie komisch vorkommt. Ebenso solltest du keine Anhänge von Nachrichten aus unbekannter Quelle öffnen. So vermeidest du, dass du zu Webseiten weitergeleitet wirst oder sich Schadprogramme auf deinem Rechner installieren, mit denen Betrüger vertrauliche Informationen wie deine Zugangsdaten abgreifen wollen. Nahezu alle heutigen Browser einschließlich Cliqz verfügen über einen integrierten Phishing-Schutz, der Nutzer vor möglichen Betrugsversuchen warnt. Weitere Tipps zum Schutz vor Phishing findest du hier.

Zu kontroversen Personen oder Themen kursieren immer wieder Falschmeldungen im Netz, die teils aus Naivität, teils aber auch ganz bewusst tausendfach weiterverbreitet werden. Meist spielen sie mit den Ängsten und Befürchtungen der Menschen oder bestätigen ein bestimmtes Weltbild, um Stimmungsmache zu betreiben. Mit einer gesunden Portion Misstrauen und etwas Rechercheaufwand kannst du Fake News relativ leicht enttarnen. Wie das geht, erklären wir hier.

Sei online genauso misstrauisch wie offline in der realen Welt. Beispielsweise können sich Teilnehmer von Chats oder Mitglieder sozialer Netze leicht als jemand anderes ausgeben, indem sie ihr Profil samt Foto fälschen. Daher solltest du nicht leichtfertig private Informationen, Fotos oder Videos teilen.

Installiere regelmäßig Updates und Patches für dein Betriebssystem, deine Anwendungen und deine Antivirenlösung. Dadurch minimierst du das Risiko, dass Angreifer bekannte Sicherheitslücken ausnutzen.

Viele der hier angesprochenen Probleme sind auf einen zu sorglosen und unachtsamen Umgang mit dem Internet zurückzuführen. Die meisten ließen sich schon dadurch vermeiden oder zumindest abschwächen, wenn Nutzer noch einmal in Ruhe nachdächten, bevor sie handeln. Denn letztlich ist jeder selbst für den Schutz seiner Daten verantwortlich.

Eltern sollten diese Sicherheitstipps und Verhaltensregeln auch ihren Kindern vermitteln beziehungsweise darauf achten, dass sie sie einhalten. So können sie das Risiko minimieren, dass ihr Kind zu persönliche Inhalte von sich ins Netz stellt oder an Personen gerät, die ihm Schaden wollen. Solche negativen Folgen fürchten laut der Forsa-Umfrage 55 Prozent der Eltern. Die Bedenken sind anscheinend nicht unbegründet: Knapp jeder dritte (30 Prozent) Internetnutzer zwischen 14 und 24 Jahren hat schon einmal bereut, private Informationen, Fotos und Videos in sozialen Netzen geteilt zu haben. Zugleich gaben aber nahezu alle Befragten (95 Prozent) an, darauf zu achten, wo sie persönliche Daten von sich eingeben.

Der Safer Internet Day ist von der Europäischen Union initiiert und findet seit 2008 jährlich in der zweiten Februarwoche statt. Der Aktionstag soll Menschen aller Altersgruppen für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit dem Internet sensibilisieren. In diesem Jahr wird der Safer Internet Day unter dem Motto „Create, connect and share respect: A better Internet starts with you“ in mehr als 100 Ländern weltweit begangen. In Deutschland koordiniert klicksafe die zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen, die sich um die Fragen drehen, wie selbstbestimmt und souverän wir uns im Netz bewegen.


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