Wie lösche ich Daten sicher von Smartphone oder Laptop?

Eine Schnellformatierung der Festplatte oder ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen reicht oftmals nicht aus. Wir erklären, welche Schritte du vor der Weitergabe oder dem Verkauf gebrauchter Geräte durchführen solltest, damit der neue Besitzer deine Daten nicht wiederherstellen kann.

Daten sicher löschen (Bild: Cliqz)

Björn GreifRedakteur

Wer zu Weihnachten ein neues Notebook, Tablet oder Smartphone geschenkt bekommen hat, steht oft vor der Frage, was er mit dem bisherigen Gerät machen soll. Einige verwahren es als Ersatz für den Notfall, andere geben es im Familien- oder Bekanntenkreis weiter und wieder andere wollen es weiterverkaufen. Um zu verhindern, dass der neue Besitzer Daten wie private Fotos oder vertrauliche Dokumente zu sehen bekommt, sollten diese in jedem Fall gelöscht werden – und zwar so, dass sie sich nicht einfach wiederherstellen lassen.

Unter Windows werden gelöschte Dateien standardmäßig zunächst in den Papierkorb verschoben, um sie bei Bedarf schnell wiederherstellen zu können. Doch auch wenn du den Papierkorb mit den gelöschten Dateien leerst, sind diese weiterhin auf der Festplatte vorhanden. Um die Zeit für den Löschvorgang möglichst kurz zu halten, entfernt Windows lediglich den Pfad zur Datei, so dass diese nicht mehr im Explorer angezeigt wird, und gibt den Speicherbereich zum Überschreiben frei. So lange dieser Bereich keiner anderen Datei zugewiesen und überschrieben wird, lassen sich die darin gespeicherten Daten mit Spezialwerkzeugen sehr leicht wiederherstellen. Um dies zu erschweren, müssen die Sektoren, in denen die gelöschten Dateien lagen, mit neuen Daten überschrieben werden.

Daten unter Windows rückstandslos löschen

Alle Windows-Versionen ab Windows 7 bringen dafür das Tool Cipher mit, das sich über die Eingabeaufforderung ausführen lässt. Die Tastenkombination Windows-Taste + R mit anschließender Eingabe von cmd öffnet die Kommandozeile, in die dann der Befehl cipher /w:[Ordner- oder Dateiname] eingegeben werden muss. Damit löscht das Tool den entsprechenden Ordner oder die jeweilige Datei und überschreibt mehrfach den freigegebenen Speicherplatz. Auch einzelne Partitionen lassen sich auf diese Weise bereinigen (durch Angabe des Laufwerksbuchstabens, also etwa C:). Zum zuverlässigen Löschen ganzer Festplatten ist Cipher jedoch nur bedingt geeignet. Hier empfehlen sich für Privatanwender kostenlose Tools wie CCleaner, DBAN (Darik’s Boot and Nuke), Parted Magic, Secure Eraser oder Sicher Löschen, die dank einer grafischen Benutzeroberfläche einfacher zu bedienen sind (Eine detaillierte Anleitung für DBAN findet sich auf der Website des BSI) . Sie löschen ebenfalls ausgewählte oder alle Dateien auf der Festplatte und überschreiben die dadurch frei gewordenen Speicherbereiche, was eine Wiederherstellung nahezu unmöglich macht. Einige der Werkzeuge laufen ohne Installation direkt von CD/DVD oder einem bootfähigen USB-Stick und unterstützen auch das vollständige Löschen von Solid State Disks (SSDs) mit der Funktion Secure Erase. Letztere sorgt dafür, dass der Controller alle Flashzellenblöcke der SSD bereinigt und beim Formatieren oder Löschen zurückgebliebene Daten restlos entfernt.

Programme wie Secure Eraser erlauben das sichere Löschen von einzelnen Dateien, Ordnern, Partitionen oder ganzen Festplatten (Bild: Ascomp).
Programme wie Secure Eraser erlauben das sichere Löschen von einzelnen Dateien, Ordnern, Partitionen oder ganzen Festplatten (Bild: Ascomp).

Viele Notebooks bieten die Möglichkeit, das Gerät wieder in den Auslieferungszustand zu versetzen. Dabei wird das aktuelle System durch ein meist auf einer gesonderten Recovery-Partition abgelegtes Werksabbild ersetzt. Allerdings ist nicht garantiert, dass bei diesem Vorgang alle vorhandenen Daten rückstandslos gelöscht werden. Wer vor dem Verkauf auf Nummer sicher gehen will, sollte daher seine persönlichen Dateien manuell löschen.

Factory Reset reicht bei Android-Geräten nicht aus

Auch bei Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem gilt: Ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen allein sorgt nicht dafür, dass Daten unwiderruflich verschwinden. Unter Android werden bei einem sogenannten Factory Reset oder Wipe zwar die Verweise auf die Dateien – also das Inhaltsverzeichnis des internen Speichers – entfernt, deren Speicherbereiche aber nicht zwingend überschrieben, so dass sie sich mit etwas Aufwand und einem Recovery-Tool wiederherstellen lassen. Daher sollten Anwender ihre Daten auf dem Gerät zunächst verschlüsseln, bevor sie es zurücksetzen. Der Verschlüsselungsvorgang wird in der Regel unter dem Einstellungspunkt „Sicherheit“ angestoßen und kann einige Zeit in Anspruch nehmen, weshalb das Mobilgerät vollständig geladen oder mit dem Stromnetz verbunden sein sollte. Nach dem anschließenden Factory Reset, bei dem alle Einstellungen, Downloads, Mediendateien, System-, App- und Benutzerdaten gelöscht werden, empfiehlt sich der Einsatz einer App zum Überschreiben des freien Speichers. Alternativ kannst du dies auch manuell durchführen, indem du so lange ein Video aufnimmst oder unkritische Daten auf dein Mobilgerät kopierst, bis dessen Speicher voll ist. Zum Abschluss empfiehlt sich ein weiteres Factory Reset über den Einstellungspunkt „Sichern & zurücksetzen“. Hundertprozentige Sicherheit, dass wirklich alle Datenfragmente entfernt wurden, gibt es jedoch nie. Aber zumindest dürften nach Anwendung der beschriebenen Schritte selbst technisch versierte Nutzer nicht mehr in der Lage sein, die gelöschten Daten mit Standardwerkzeugen wiederherzustellen.

Um mögliche Probleme mit der eventuell auf Smartphones und Tablets ab Android 5.1 eingeschalteten Reaktivierungssperre zu vermeiden, ist darüber hinaus das damit verknüpfte Google-Konto zu entfernen. Dadurch wird die Sperre deaktiviert und der neue Besitzer kann das Gerät ohne Angaben deiner Anmeldedaten nutzen. Verwendest du eine externe Speicherkarte, solltest du diese am besten nicht zusammen mit dem alten Smartphone oder Tablet verkaufen oder verschenken. Falls du die Speicherkarte dennoch mit abgeben willst, kannst du sie per Kartenleser an den PC anschließen und wie eine Festplatte sicher löschen. Natürlich solltest du auch daran denken, die SIM-Karte aus dem Gerät zu entfernen, bevor du es weitergibst.

iOS-Geräte vor dem Verkauf zurücksetzen

Anders als bei Android-Geräten reicht bei iPhone- und iPad-Modellen normalerweise ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen aus, um alle Nutzerdaten sicher zu löschen. Dazu muss unter Einstellungen > Allgemein > Zurücksetzen > Inhalte & Einstellungen löschen die Option „iPhone löschen“ beziehungsweise „iPad löschen“ ausgewählt werden. Alternativ ist eine Fernlöschung über die iCloud-Oberfläche am Computer möglich. Bei Apples Mobilgeräten verschlüsselt ein Sicherheitschip automatisch alle gespeicherten Daten. Beim Zurücksetzen vernichtet das System den Sicherheitsschlüssel und macht sie somit für Dritte unbrauchbar.

Daten und Einstellungen von iPhone und iPad löschen (Bild: Apple)
Bei iPhone und iPad lassen sich Nutzerdaten durch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen sicher löschen (Bild: Apple).