Facebook: die wichtigsten Privatsphäre-Einstellungen

Natürlich gibt es keine umfassende Privatsphäre auf Facebook. Mit unseren Tipps stellst du aber sicher, dass dein Facebook-Profil möglichst wenige Informationen über dich preisgibt.

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Björn GreifRedakteur

Dass Facebook massenhaft Daten über praktisch jeden Internetnutzer sammelt, dürfte spätestens seit dem Datenskandal um Cambridge Analytica allgemein bekannt sein. Wer trotz des jüngsten Datenlecks und der dürftigen Rechtfertigungsversuche von Facebook-CEO Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress den Schritt scheut, sein Facebook-Konto zu löschen und zu einer datenschutzfreundlichen Alternative zu wechseln, sollte zumindest den Zugriff Dritter auf seine Inhalte und persönlichen Daten einschränken. Wir erklären, welche Privatsphäre-Einstellungen dazu nötig sind.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, in den Einstellungen immer die Option zu wählen, die den Zugriff Dritter soweit wie möglich begrenzt. Wenn du nicht willst, dass jeder innerhalb und außerhalb von Facebook Einblick in deine Inhalte oder Aktivitäten erhält, solltest du die Einstellung „Öffentlich“ unbedingt meiden. Manchmal sinnvoll ist hingegen die Option „Freunde“, da diese sonst z.B. nichts in deiner Chronik posten können. Die Einstellung „Nur ich“ solltest du für persönliche Daten wie E-Mail-Adresse oder Geburtsdatum verwenden, damit diese nicht für jedermann sichtbar sind.

Du findest die Privatsphäre-Einstellungen unter den Punkten „Einstellungen“ bzw. „Privatsphäre auf einen Blick“. Um dorthin zu gelangen, tippst du in der mobilen Facebook-App zunächst die drei waagerechten Striche oben rechts (Android) bzw. unten rechts (iOS) an, scrollst nach unten und öffnest das Untermenü „Einstellungen und Privatsphäre“. Auf dem Desktop kommst du zu den Kontoeinstellungen, indem du in der blauen Menüleiste oben rechts auf das kleine Dreieck und dann auf „Einstellungen“ klickst. Anschließend wählst du links „Privatsphäre“. Die Option „Privatsphäre auf einen Blick“ versteckt sich im Schnellhilfemenü, das du mit einem Klick auf das Fragezeichen in der Menüleiste öffnest. Einige wichtige Einstellungen zum Schutz deiner Privatsphäre finden sich zudem in den Kontoeinstellungen unter den Punkten „Apps und Webseiten“ sowie „Werbeanzeigen“.

Mit dem „Privatsphäre-Check“ (erreichbar über „Privatsphäre auf einen Blick“) bietet Facebook einen Assistenten, mit dem du in drei Schritten die grundlegenden Privatsphäre-Einstellungen für Beiträge, Profil sowie Apps und Webseiten vornehmen kannst. Beispielsweise definierst du darin die jeweilige Zielgruppe („Öffentlich“, „Freunde“, „Freunde außer…“, „Bestimmte Freunde“, „Nur ich“), die deine künftigen Beiträge, dein Geburtsdatum und deine bei Facebook hinterlegte E-Mailadresse sehen kann.

Im dritten Schritt werden dir die Apps bzw. Webseiten von Drittanbietern angezeigt, bei denen du dich mit Facebook angemeldet hast. Hier kannst du einstellen, für wen die von dir genutzten Apps und Webseiten sichtbar sind und welche Daten diese abrufen dürfen. Fest voreingestellt ist, dass sie Zugriff auf dein öffentliches Profil mit Name, Profilbild, Alter und weiteren öffentlichen Informationen erhalten. Standardmäßig können sie auch deine Freundesliste einsehen. Dieses und andere Zugriffsrechte lassen sich jedoch über die App-Einstellungen entziehen.

In jedem Fall solltest du die App-Liste regelmäßig kontrollieren und immer möglichst kurz halten. Entferne diejenigen Apps und Spiele, die du nicht mehr nutzt. Denn wie das Beispiel Cambridge Analytica gezeigt hat, lesen diese Programme unter Umständen zahlreiche Daten aus deinem Profil aus. Diese können anschließend für Werbezwecke verwendet werden, oder sogar dazu, dich gezielt zu beeinflussen.

Wenn du keinerlei Apps oder Spiele auf Facebook nutzt, solltest du die App-Plattform im Untermenü „Apps und Webseiten“ der Einstellungen gleich komplett abschalten: Klicke dort unter „Apps, Webseiten und Spiele“ auf „Bearbeiten“ und bestätige anschließend mit „Deaktivieren“.

Facebook nutzt die massenhaft auf seinen und fremden Websites gesammelten Daten vor allem dafür, um dir personalisierte Werbung anzuzeigen. Je mehr sich die Werbung an deinen Interessen orientiert, desto erfolgsversprechender ist sie und desto mehr Geld kann Facebook letztlich von Werbetreibenden für das Ausspielen verlangen.

Unter dem Punkt „Werbeanzeigen“ in den Einstellungen, kannst du immerhin grob definieren, welche Informationen Facebook für personalisierte Werbung nutzen und zu diesem Zweck auch anderen Webseiten oder Apps bereitstellen darf. Unter „Einstellungen für Werbeanzeigen“ wählst du aus, ob du auf Facebook interessenbasierte Werbung basierend auf deiner Nutzung von Webseiten und Apps sehen willst oder nicht, ob Apps oder Webseiten von Drittanbietern deine Facebook-Daten für Werbeanzeigen nutzen dürfen und ob du selbst als Gratis-Werbeträger fungieren willst, indem deine Freunde sehen, welche Werbung du mit „Gefällt mir“ markiert oder geteilt hast.

Unter „Deine Informationen“ legst du fest, welche Profilangaben (Beziehungsstatus, Arbeitgeber, Berufsbezeichnung, Ausbildung) für Werbeanzeigen verwendet werden dürfen. Hier erhältst du auch Zugriff auf die Kategorien, in die dich Facebook basierend auf deinen Verhaltensweisen einsortiert hat. Schau dir die einzelnen Kategorien an und entferne unerwünschte Einträge.

Weiterhin kannst du in den Einstellungen für Werbeanzeigen einsehen, welche Daten Facebook bereits über dich gesammelt und zu Werbezwecken genutzt hat. Passe deine Interessen und eine Liste der Werbetreibenden, mit denen du interagiert hast, nach deinen Wünschen an oder verberge bestimmte Werbethemen.

Über das “Aktivitätenprotokoll“, das du über die Privatsphäre-Einstellungen aufrufst, kannst du im Nachhinein Inhalte in der Chronik verbergen, Beiträge oder Kommentare löschen, Freunde entfernen oder Likes widerrufen. Dazu musst du beim jeweiligen Eintrag rechts auf den Pfeil (mobil) bzw. Bleistift (Desktop) klicken und dann die gewünschte Option auswählen.


Die Zielgruppe für bereits in deiner Chronik veröffentlichte Beiträge lässt sich über den Punkt „Schränke ein, wer vergangene Beiträge sehen kann“ (App) bzw. „Vergangene Beiträge einschränken“ (Desktop) unter “Privatsphäre” in den Einstellungen global ändern. Wählst du diese Option aus, sind alle deine öffentlichen oder mit Freunden von Freunden geteilten Beiträge nur noch für Freunde sichtbar.

Im Abschnitt „Wie du gefunden und kontaktiert wirst“ in den Privatsphäre-Einstellungen legst du fest, wer dir Freundschaftsanfragen senden, wer deine Freundesliste sehen und wer mithilfe deiner hinterlegten E-Mail-Adresse oder Telefonnummer auf Facebook nach dir suchen kann („Alle“, „Freunde von Freunden“, „Freunde“). Möchtest du nicht, dass externe Suchmaschinen wie Google oder Bing dein Profil und alle darin enthaltenen Informationen als Suchergebnis anzeigen, kannst und solltest du das hier ebenfalls einstellen.

Unter „Chronik und Markierungen“ in den Einstellungen legst du fest, wer Inhalte in deiner Chronik posten darf und wer diese von Dritten veröffentlichten Inhalte sehen kann.

Hier stellst du auch ein, ob du Bilder, Videos oder Beiträge, in denen du markiert wurdest, erst freigeben musst, ehe sie in deiner Chronik erscheinen. Ebenso kannst du Markierungen überprüfen, die andere zu Inhalten hinzufügen, bevor sie auf Facebook angezeigt werden.

Aber Achtung: Um eine Markierung endgültig aus einem Bild, Video oder Posting zu entfernen, musst du es direkt aufrufen und die Markierung dort manuell löschen.

Hast du alle Privatsphäre-Einstellungen vorgenommen, solltest du abschließend überprüfen, welche Informationen und Chronikinhalte noch für andere sichtbar sind. Wähle dazu auf deiner Profilseite die Option „Anzeigen aus der Sicht von…“ aus (Desktop: über das Drei-Punkte-Menü erreichbar). Nun stellt Facebook dein Profil so dar, wie es eine Person sieht, die nicht mit dir befreundet ist. Auf Wunsch kannst du auch den Namen eines Freundes eingeben, um zu prüfen, wie er deine Profilseite angezeigt bekommt. Weitere Informationen zu den Privatsphäre-Grundlagen findest du auf der Facebook-Website.

Doch selbst die striktesten Privatsphäre-Einstellungen verhindern nicht, dass Facebook, Google und Co zahlreiche Daten über dich sammeln. Mittels auf zahlreichen Websites platzierter Tracking-Skripte sehen sie auch dann noch einen Großteil von dem, was du online tust, wenn du keinen ihrer Dienste nutzt. Schütze dich daher zusätzlich mit Anti-Tracking-Tools wie Ghostery oder Cliqz, die zum kostenlosen Download bereitstehen.


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